Carlos Motta (COL)

Der kolumbianische Videokünstler Carlos Motta (geboren 1978, lebt in New York) bezieht sich in seinen Arbeiten auf politische Geschichte, um durch Gegenerzählungen verdrängte Geschichten, Gemeinschaften und queere Identitäten anzuerkennen und einzubeziehen. Seit einigen Jahren untersucht er unter dem Titel The Democracy Circle das Konzept der Demokratie unter verschiedenen sozialen und politischen Perspektiven, interviewte hunderte von Lateinamerikanern über ihr Verständnis von Demokratie und US-amerikanischer Hegemonialmacht. Für sein Projekt Six Acts haben während des letzten kolumbianischen Präsidentschaftswahlkampfs sechs Darsteller unterschiedlicher sozialer und ethnischer Herkunft auf öffentlichen Plätzen der Hauptstadt historische Friedensansprachen von sechs ehemaligen liberalen oder linken Präsidentschaftskandidaten, die allesamt während ihrer Wahlkampagnen ermordet wurden, als Reenactment inszeniert. Für die choreografische Intervention, die Carlos Motta derzeit im Rahmen von EVAKUIEREN entwickelt, nutzt er den öffentlichen Raum als Bühne für eine Travestie unseres Verständnisses gesellschaftlicher Diversität. Mottas Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, werden weltweit ausgestellt, u.a. in der Tate Gallery of Modern Art in London, dem Guggenheim Museum und dem Museum of Modern Art in New York oder dem Serralves Museum in Portugal.

www.carlosmotta.com/