In den Slums der ugandischen Hauptstadt Kampala stieß Markus Öhrn auf die einzigartige Tradition der Live-Filmübersetzung. In kleinen Video-Hütten werden Filme, meist Hollywood-Blockbuster, vorgeführt und von lokalen Video-Jockeys begleitet, moderiert und kommentiert. Diese erklären dem Publikum nicht nur die Handlung und übersetzen die Dialoge, sondern versuchen auch, westliche Lebens- und Verhaltensweisen verständlicher zu machen, ja sogar die „wahre“ Geschichte hinter dem Film zu erzählen. Markus Öhrn hat den Filmklassiker „Persona“ (1966) von Ingmar Bergman, ein Paradebeispiel westlicher Filmkunst, in Kampala vorführen lassen und dieses besondere Kinoerlebnis filmisch dokumentiert. Die Erläuterungen des VJs gleichen einer anthropologischen Untersuchung und führen schließlich zur Dekonstruktion und Reinterpretation weißer, bourgeoiser Kunst. Nicht ohne Ironie zeigt Öhrn dem europäischen Zuschauer, wie der afrikanische Betrachter ihn sieht.

In Luganda mit englischen Untertiteln

Konzept, Kamera, Schnitt: Markus Öhrn, Featuring
Persona (1966) von Ingmar Bergman, VJ: HD * Produktion: 
Markus Öhrn, Swedish Subterranean Movie Company in Kooperation mit Kunstenfestivaldesarts, Swedish Arts Grant Committee, Stadsschouwburg Amsterdam und Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin.

Markus Öhrn (Berlin/Niskanpää)
Bergman in Uganda
Fr. 30.10.2015

VIDEO
* 20.00 Uhr, € 12,- / erm. € 6,-.
In Luganda mit englischen Untertiteln

ORT
Saal
Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main

Version française

Suite à la découverte qu’il fait en Ouganda de l’unique tradition de traductions live de blockbusters hollywoodiens, Markus Öhrn fait projeter le film Persona d’Ingmar Bergman et le laisse interpréter par les « veejays » qui essaient, en même temps, d’expliquer la culture occidentale. L’artiste documente alors ces explications qui ressemblent à une exploration anthropologique et dévoile ainsi au spectateur européen comment l’observateur africain le voit. L’artiste plasticien Markus Öhrn, dont le travail est fréquemment présenté en Europe, s’est déjà intéressé, à plusieurs reprises, aux nouvelles formes de colonialismes en Afrique.
En luganda, sous-titré en anglais.

Veranstaltungsdatum

Fr. 30.10.2015

20.00 Uhr