www.evakuieren.de

so lautet zwischen dem 12. September und 5. Oktober die neue Adresse des Mousonturms. Nur die Website schafft den Zugang zum Projekt. Über 30 S- und Straßenbahnstationen zwischen Wiesbaden, Mainz, Frankfurt, Darmstadt, Offenbach und Hanau werden dabei zu Start- und Ausgangspunkten für Kunstaktionen, Inszenierungen und Vorzufindendes, geheime Versammlungen und performative Spurensuchen.

 

www.evakuieren.de

begrüßt jeden Besucher und ermittelt in wenigen gezielten Fragen den Grad an individueller Alltagsverdrossenheit und urbaner Identitätsmüdigkeit. Vor allem jedoch leistet das Programm sofortige Fluchthilfe und schlägt jedem Besucher eine konkrete S- oder Straßenbahn-Station als Ausgangspunkt für eine individuelle Evakuierungstour vor. Konkrete Hinweise zu jeder Route geben eigens gestaltete Karten udn Skizzen, die aufs Smartphone geladen oder vor dem Start ausgedruckt werden können.

Was einem am Ende eines jeden Weges erwartet, lässt sich online nur erahnen... 

Konkrete Hinweise zu jeder Evakuierungsroute geben eigens gestaltet Karten und Skizzen, die auf das eigene Smartphone geladen oder vor dem Start ausgedruckt werden können. Sie locken auf ungewöhnliche Pfade, leiten zu unbekannten Rückzugsorten, verführen zu uner-warteten Begegnungen mit sonst Unsichtbarem und verwandeln noch vor dem Aufspüren der eigentlichen Ziele die vertrauteste Umgebung in urbane Rätsel. Die jeweils zu erwartenden Ereignisse am Ende eines Weges lassen sich online nur erahnen.

Alternativ bietet www.evakuieren.de eine Übersicht über sämtliche Bahnhöfe und Haltestellen, die im Rahmen des Projekts als Ausgangsstationen dienen. Zudem deutet die Webseite für jeden Ort an, welche Herausforderung seine Erkundung darstellt und liefert wichtige Basisinformationen wie besondere Öffnungszeiten oder eventuell vor Ort anfallende Kosten. Zumeist bedarf es statt der theaterüblichen Eintrittskarte lediglich eines gültigen RMV-Tickets.

Begleitend zum Projekt ist der blog.evakuieren.de seit mehreren Wochen aktiv. Neben Einblicke in die Erarbeitungsprozesse bietet er als interaktive Plattform die aktuellsten Hinweise auf besondere Events und die Möglichkeit, sich über das Projekt auszutauschen.

(c) Annette Gloser

Akira Takayama (JP)
Frankfurt, Mainz, Darmstadt, Offenbach, Hanau evakuieren
Fr. 12.09. — So. 05.10.2014

ERSTER FLUCHT- UND RETTUNGSPLAN FüR DIE RHEIN-MAIN-REGION
* Eintritt frei/ RMV-Ticket.

ORT
Rhein-Main-Gebiet

Beteiligte Künstler:

Mariano Pensotti (AR), Carlos Motta (US), Nuno Ramos (BR), OPOVOEMPÉ (BR), LIGNA (DE), Chris Kondek/ Christiane Kühl/ Klaus Weddig (DE), Hendrik Quast & Maika Knoblich (DE), Anton Berman (DE).

 

Lukas Sünder / Sitha Reis
Matthias Mohr / Oguz Sen
Lars Werneke
Fluchtpunkt (Juliane Kutter & Maria Thrän)
Marcus Morgenstern
Forschungsgruppe Urban Health Games TU Darmstadt

 

Künstlerische Leitung:

Akira Takayama

Akira Takayama

Es sind die großen japanischen Gesellschaftstabus, die Akira Takayama in seinen Kunstprojekten zusammen mit dem von ihm 2002 gegründeten Netzwerk Port B thematisiert: die Beteiligung am Zweiten Weltkrieg, Wohlstandsverlust und Sozialabstieg der jungen Generation oder die Katastrophe in Fukushima. Gemeinsam mit Vertretern verschiedener Disziplinen entstehen in enger Kooperation zumeist performative Installationen oder Exkursionen im öffentlichen Raum. Vor dem Hintergrund, dass es in Japan noch nie einen Volksentscheid gab, initiierte er 2011 das Referendum Project. Auf einer Tour durch japanische Städte führte und präsentierte er über 1000 Interviews mit Mittelschülern als vielgesichtiges Portrait einer jungen japanischen Generation. Bereits 2010 entstand The Complete Manual of Evacuation im Rahmen des Festivals Tokyo und wurde für FRANKFURT EVAKUIEREN zur zentralen konzeptionellen Inspiration. Damals wurden die 29 Stationen der Yamanote Ring-S-Bahn in Tokio zu Startpunkten für individuelle Erkundungstouren zu verschiedenen gesellschaftlichen Communities und theatralen Ready-Mades in der gesamten Innenstadt.

Anton Berman

Anton Berman (geboren 1983 in Moskau, lebt in Deutschland) ist Komponist, Musiker und Sänger. Seit 2000 komponiert er Bühnenmusiken für eine Vielzahl deutscher Theater. Anton Berman ist Begründer und Leiter der Internationalen Hochschule für Bikeballet und Balletdesign Istanbul und erhielt 2011 den Ikarus Preis Berlin. Seine umfangreiche Klangsammlung und sein Interesse an performativer Improvisation stehen im Zentrum seines Projekts für MAINZ EVAKUIEREN.

Carlos Motta mit Camilo Godoy

Der kolumbianische multidisziplinär arbeitende Künstler Carlos Motta (geboren 1978, lebt in New York) bezieht sich in seinen Arbeiten auf politische Geschichte, um durch Gegenerzählungen ein Bewusstsein für verdrängte Geschichten, Gemeinschaften und queere Identitäten zu schaffen und das Konzept der Demokratie kritisch zu befragen. Mottas Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet und weltweit ausgestellt (u.a. Tate Modern London, Guggenheim Museum und MoMA New York). Für die choreografische Intervention, die er im Rahmen von EVAKUIEREN entwickelt, nutzt Motta den öffentlichen Raum als Bühne für eine Travestie unseres Verständnisses gesellschaftlicher Diversität.

Kondek / Kühl / Weddig

Chris Kondek (geboren 1962 in Boston, lebt in Berlin) / Christiane Kühl (geboren 1966 in Kiel, lebt in Berlin) / Klaus Weddig (geboren 1960 in Clausthal, lebt in Frankfurt). Seit 2004 entwickeln der Videokünstler Kondek und die Journalistin Kühl Theaterarbeiten in lebendiger Auseinandersetzung mit der Finanzwelt. Gemeinsam mit dem Fotografen Weddig dokumentierten sie im Frühjahr im Rahmen des Detroit-Projekts vom Schauspiel Bochum Ciceros "Sieben Strategien gelungenen Überlebens in der geldlosen Gesellschaft" am Ort des Geschehens.

Quast & Knoblich

Hendrik Quast / Maika Knoblich (geboren 1985 / 1986, leben in Berlin) studierten beide u.a. am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Aus ihrem prozessorientierten Arbeitsansatz entwickeln sie in enger Zusammenarbeit mit Experten und regionalen Gemeinschaften vor Ort ihre szenischen, performativen oder installativen Arbeiten. Ihre aufwendigen Projekte entwickelten beide bislang u.a. für das Festival a/d Werf Utrecht, Sophiensaele in Berlin oder das Künstlerhaus Mousonturm. Für SCHWANHEIM EVAKUIEREN befassen sie sich mit dem historischen Störfall in einem Chemiewerk. Ihre Suche gilt den spezifischen Kenntnissen und Erfahrungen, die der Umgang mit der Beinahe-Katastrophe hinterlassen hat. Können diese zu neuen, utopischen Handlungen und Gemeinschaften führen?

Mariano Pensotti

Der argentinische Autor und Regisseur Mariano Pensotti (geboren 1973, lebt in Buenos Aires) arbeitete im Bereich Video und Film bevor er sich dem Theater zuwandte. 2010 entstand die Arbeit Sometimes I think, I can see you, die das öffentliche Leben einer zeitgenössischen Großstadt poetisch reflektiert. Nach Versionen für Buenos Aires, Berlin, Brüssel oder Warschau adaptiert Pensotti sein Projekt nun für FRANKFURT EVAKUIEREN, woran sich – im Verborgenen – zahlreiche Autoren aus der Region beteiligen.

LIGNA

1997 gründete sich die Gruppe LIGNA um die Medientheoretiker, Radio-, Theater- und Performancekünstler Ole Frahm, Michael Hüners und Torsten Michaelsen, die seitdem mit dem Medium Radio im zunehmend kontrollierten öffentlichen Raum experimentieren, oft in Form des von ihnen entwickelten Radioballetts. Die Arbeiten von LIGNA wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet und sind bei Festivals weltweit zu erleben. Die akustischen Anweisungen, die das Kollektiv für BEHÖRDE EVAKUIEREN formulieren wird, lotsen die hörenden Akteure in wenig erforschte urbane Zentren des Geschehens, um sie dort mit Strategien der Verweigerung und Passivität vertraut zu machen.

Nuno Ramos

Nuno Ramos (geboren 1960, São Paulo) hat Philosophie an der Universidade de São Paulo studiert und ist als Maler, Zeichner, Bildhauer, Schriftsteller, Filmemacher, Bühnenbildner und Musiktexteschreiber tätig. Als Vertreter Brasiliens hat er 1995 an der Biennale von Venedig, sowie an den Biennalen in São Paulo (1985, 1989, 1994 und 2010) teilgenommen und erhielt 2006 für sein Gesamtwerk von der amerikanischen Barnett and Annalee Newman-Stiftung den Grant Award. Ebenso veröffentlichte er als Schriftsteller u.a. Ó (2008) – für das er den Preis Portugal Telecom de Literatura erhielt. Für EVAKUIEREN wird er eine ebenso minimalistische wie überwältigende provisorische Installation schaffen, die einen zuvor marginalen Ort zu einem Zentrum verwandelt, an dem alles und nichts möglich ist.

OPOVOEMPÉ

OPOVOEMPÉ wurde  durch die künstlerische Leiterin Christiane Zuan Esteves sowie die Performer  Ana Luiza Leão, Manuela Afonzo,  Graziela Mantoanelli und Paula Possani 2004 in São Paulo begründet. Die Gruppe erarbeitet Performances, Installationen und strategische Interventionen im urbanen Raum, mit denen sie Konventionen und ortsspezifische Eigenheiten auf experimentelle Weise hinterfragen. Dabei konzentriert sich OPOVEMPÉ auf die Möglichkeiten von Bewegung und aktivem Eingreifen in die oft herrschende Apathie und Gleichgültigkeit im öffentlichen Raum und fordert die lebendige Interaktion mit den Zuschauern, um deren Wahrnehmung für die Stadt und die Gesellschaft zu verändern. Das aktuelle Projekt, das im Rahmen von EVAKUIEREN in Frankfurt am Main zu erfahren ist, entstand aus einer Zusammenarbeit der künstlerischen Leiterin Cristiane Zuan Esteves mit Beto Matos, Caio Paduan, Joana Dória und Pedro Semeghini.

weitere beteiligte Künstler und Künstlergruppen

 

Lukas Sünder / Sitha Reis

In Offenbach ist der Sperrmüll heilig. Jeder Haufen ausrangierter Möbel zieht Karawanen von Sammlern, Entdeckern und Eroberern an, welche sich durch die einst privaten, nun öffentlichen, bald wieder privaten Prachtstücke wühlen und den Berg nach und nach abtragen. Für OFFENBACH EVAKUIEREN wird dieser Prozess zu einem rituellen und kollektiven Happening verdichtet.

 

Matthias Mohr & Oguz Sen

Als Bollwerk gegenüber potenziellen Angreifern geplant, sollte die Frankfurter Taunusanlage als Teil der Frankfurter Wallanlagen von militärischem Nutzen sein, war jedoch bei ihrer Fertigstellung bereits veraltet. Im Schatten der neuen Türme bildete sich dort  Anfang der 1990er Jahre eine Zwischenwelt. ANLAGE EVAKUIEREN führt unter den Marmorplatten zu den Spuren eines Traumas.

 

Lars Werneke

Dicht aneinander gedrängt stehen und sitzen wir täglich in der Bahn, den Blick auf Smartphone oder Handy gerichtet. Haben wir in einer Zeit der immer schnelleren Kommunikation das persönliche Miteinander verlernt? Eine Bahnfahrt kann so verlaufen, dass das Flimmern auf dem Display in Vergesseheit gerät: SICH EVAKUIEREN

 

Forschungsgruppe Urban Health Games am Fachbereich Architektur der TU Darmstadt

Die Forschungsgruppe Urban Health Games der TU Darmstadt untersucht die Einflüsse von Stadträumen auf Gesundheit und Lebensqualität. Hierfür wendet sie ein breites Spektrum von Methoden an. Charakteristisch ist die Entwicklung von Serious Games, mit deren Hilfe sie Bewegungsmuster, Stadtwahrnehmung und Bio-Daten wie Puls und Hautleitfähigkeit thematisieren. Im Rahmen von Evakuieren zeigt die Forschungsgruppe den Beitrag Stadtflucht, ein Smartphone Game, das dazu einlädt den Frankfurter Osten neu kennenzulernen.

 

Fluchtpunkt (Juliane Kutter & Maria Thrän)

In einer musikalische Reise, bestehend aus der Spontanität der Mitreisenden und dem Willen zum AUSSTEIGEN, ergeben sich spannende Begegnungen und neue Klangwelten.

„Weil Licht zunächst nur Expansion aus sich ist, braucht es die Brechung am Weltwiderstand, um sich an diesem zu reflektieren und um aus der Selbstferne zu sich selber zurückzukehren.“ (SLOTERDIJK EVAKUIEREN)

 

Marcus Morgenstern

Das weit verzweigte EVAKUIEREN-Projekt läßt sich in seiner Dichte und Ausdehnung kaum auf einen Blick erfassen. EVAKUIEREN EVAKUIEREN versammelt und transformiert als installatives Modell Orte, Ereignisse, Hintergründe und Bedingungen dieses Flucht- und Rettungsplans.

Künstlerische Leitung: Akira Takayama * Grafische Gestaltung: Hironori Oooka / Kei Uchida (Hironori Oooka Office) * Programmierung: Jiro Motonaga * Kartographie: Sayuri Fujii * Topographie: Kohei Fukazawa * Projekt System Ingenieur: Tatsuki Hayashi * Kuratorische Mitarbeit: Annette Gloser * Dramaturgie: Chiaki Soma / Marcus Dross * Dramaturgische Mitarbeit: Elisa Liepsch / Anna Wagner * Künstlerische Mitarbeit: Maki Ishi * Künstlerische Assistenz: Saki Tanaka * Dokumentation: Masahiro Hasunuma * Projekt-Koordination: Fumiko Toda * Produktionsleitung: Inga Wagner / Olivia Ebert * Produktionsassistenz: Teresa Bernauer / Caroline Brendel * Mitarbeit Produktionsleitung: Carsten Schrauff * Praktikanten: Lars Sellien / Thekla Stobbe / Anja Sauer * Freiwillige Mitarbeiter: Kristijan Balta / Annika Böndgen / Timo Cromm / Eva Döhne / Oliver Franke / Milena Kan / Jasmin Klotz / Lisa Kreutzer / Sofie Luckhardt / Anika Marschall / Marvin Otto / Katharina Polley / Jessica Pulver / Lisa Richter / Shun Takeishi / Marie Schaarschmidt / Katja Schaffer / Alexej Ulinici / Dennis Vetter / Antje Zöchling * Technische Leitung: Michael Schlund * Technische Mitarbeit / * Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Gabriele Müller / Julia Kretschmer / Elke Lötterle * Verwaltung: Martina Leitner / Bernd Steuernagel / Katja Liebetruth * Intendant und Geschäftsführer: Matthias Pees

Produktion: Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main & Port B, Tokyo * Koproduktion: Staatstheater Mainz, Hessisches Staatstheater  Darmstadt * Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain * weitere Förderer: Japan Foundation, Hessische Theaterakademie, Rhein-Main-Verkehrsverbund, Saison Foundation.

Veranstaltungsdatum

Fr. 12.09.2014
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Sa. 13.09.2014
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So. 14.09.2014
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Mo. 15.09.2014
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Di. 16.09.2014
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Mi. 17.09.2014
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Do. 18.09.2014
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Fr. 19.09.2014
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Sa. 20.09.2014
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So. 21.09.2014
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Mo. 22.09.2014
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Di. 23.09.2014
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Mi. 24.09.2014
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Do. 25.09.2014
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Fr. 26.09.2014
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Sa. 27.09.2014
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So. 28.09.2014
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Mo. 29.09.2014
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Di. 30.09.2014
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Mi. 01.10.2014
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Do. 02.10.2014
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Fr. 03.10.2014
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Sa. 04.10.2014
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So. 05.10.2014
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