„Können Europäer denn auch Menschen wie alle anderen sein?“, wurde Achille Mbembe einmal gefragt, und der berühmte, aus Kamerun stammende Autor der „Kritik der schwarzen Vernunft“ antwortete: „Natürlich. Wir können Europa in unsere Mitte nehmen, die Europäer gehören dazu. Wir sind alle in gewissem Sinne Europäer, Europa lebt in uns allen. Aber Europa ist nicht mehr der Kapitän.“ Ohne Europas Idee der Gleichheit lasse sich die Zukunft nicht denken – eine Idee, die auf dem Rücken von Sklaven entwickelt worden sei und zugleich dazu beigetragen habe, die Sklaverei zu überwinden. Die brasilianische Choreografin Lia Rodrigues, zuletzt mit „Para que o céu no caia“ im Mousonturm, arbeitet mit ihrer furiosen zehnköpfigen Kompanie für ihr neues Tanzstück weiter am Thema der Andersartigkeit. Ihre vielfach preisgekrönten Choreografien sind, körperlich ebenso wie in ihrer Bildhaftigkeit, sehr intensive Begegnungen und eindrucksvolle Schöpfungsrituale.

Keine Sprachkenntnisse erforderlich / Raum im Rahmen der Frankfurter Positionen 2019 / Konzept und Choreografie: Lia Rodrigues / Mit: Lia Rodrigues Cia. de Dança / Foto: Sammi Landweer

Lia Rodrigues Companhia de Danças (Rio de Janeiro)
Fúria
Do. 24. — Sa. 26.01.2019

TANZ
* 20 Uhr, € 19 / erm. € 9 / € 5 für f.f.m. students Mitglieder.
Erstaufführung im deutschsprachigen Raum * Mousonturm-Koproduktion

ORT
Saal
Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main