Was wird aus unserem Land, wenn die Zukunft unseres Planeten - wie man hört - in den Städten liegt?

Die Szene ist in Dehrn, auf der Wiese beim Johannishof. Dehrn ist ein Teil von Runkel, auf dem hessischen Land. Das Land ist fundamental zweideutig. Man kann aufs Land und ins Land. Es gibt das Land im Gegensatz zur Stadt und das Land im Gegensatz zum Meer. Und es gibt das Land, das wie eine Stadt gegründet wird.
Noch liegt der Johannishof brach, nur wenige hundert Meter entfernt vom großen Kalksteinbruch der Firma Schäfer Kalk. Die betreibt auch auf der Krim einen Steinbruch.
Der 89jährige Richard Geis öffnet noch einmal seinen Hof der Welt. Und die Wiese verlängert sich ins Theater. Und unter der Wiese liegt die Gas-Pipeline.
In Land (Stadt Fluss), dem zweiten Teil ihrer Trilogie, ziehen Kötter/Seidl aufs Land und nehmen sich fünf Stunden Zeit. Zeit fürs Musizieren, Arbeiten und Kochen, fürs Länder gründen und Bücher lesen.

Wie schon im ersten Teil der Trilogie Stadt (Land Fluss) holen Kötter / Seidl in Land (Stadt Fluss) den Außenraum in den Innenraum und thematisieren die Bühne als Raum des temporären Zusammenlebens von Darstellern, Musikern und Publikum. Wurde das Publikum bei Stadt noch imaginär auf den Vorplatz einer Unterkunft für Geflüchtete auf dem Brachland der Hamburger Hafencity geführt, so begeben sich die Besucher von Land (Stadt Fluss) für fünf Stunden auf die Weiden rund um einen Aussiedlerhof auf dem Land zwischen Frankfurt und Köln. Land (Stadt Fluss) ist eine Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller und Rechtswissenschaftler Fabian Steinhauer.

Was wird aus der Stadt, wenn die Zukunft unseres Theaters – wie man hört – auf dem Land liegt?

In Gedenken an Richard Geis
*02.9.1929 †05.9.2018

Dauer: 5 Stunden / Künstlerische Leitung: Daniel Kötter, Hannes Seidl / Musik/Performance: Andrew Digby, Paul Hübner, Ona Ramos, Elsa Scheidig, Gabriel Trottier / Bühne und Ausstattung: Elisa Limberg / Künstlerische Produktion: Mariam Kamiab / Libretto: Johann Pastuch / Gestaltung Libretto: Nafise Fathollahzadeh / Mitarbeit Filmdreh: Maximilian Bamberg / Produktionsleitung: ehrliche arbeit - freies Kulturbüro

Eine Produktion von Kötter/Seidl in Koproduktion mit Künstlerhaus Mousonturm, Alte Oper Frankfurt und BAM! - Berliner Festival für aktuelles Musiktheater. Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main.
BAM! ist eine Initiative des ZMB – Zeitgenössisches Musiktheater Berlin e.V., realisiert aus Mitteln des  Hauptstadtkulturfonds, der Schering-Stiftung und der Augstein-Stiftung / BAM! ist eine Initiative des ZMB – Zeitgenössisches Musiktheater Berlin e.V., realisiert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds, der Schering-Stiftung und der Augstein-Stiftung. / Im Rahmen von „Claiming Common Spaces“, ein Projekt des Bündnisses Internationaler Produktionshäuser.

Dank an:
Aaron Hohnel, Antonia Dasch, Benedikt Geis und Familie, Bernd, Gidre, Mirjam und Aaron Schäfer
Blasorchester TV 1882 Runkel e.V. und Familien, Burgmannen von Runkel e.V., Dana und Thilo Specht, Dieter Buroch, Familie Dernbach, Florian Fürstenfelder, Friedhelm Bender, Hofmetzgerei H. & M. Fürnstall, Jakob Assheuer, Jérôme Kraus, Julia Mihàly, Jürgen Schulze, Justus Krebs, Kirsten Jung, Kirstin Burggraf, Konstantin Rückert, Manuel Schneider, Mary Thorn, Micha Steinwachs, Nadja Dressler, Petra Müller, Ralf Heukelbach, Richard Geis, Sara Dressler, SB Zentralmarkt Limburg, Schäfer Kalk, Stefanie Plappert, Thomas Dasch, Valentin Assheuer

Kötter/Seidl (Berlin/Frankfurt)
Land (Stadt Fluss)
Sa. 15. — Mo. 17.09.2018

MUSIKTHEATER
* 19 Uhr, € 19 / erm. € 9.
Uraufführung * Mousonturm-Koproduktion

ORT
Saal
Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main

Veranstaltungsdatum

Sa. 15.09.2018

19 Uhr 

So. 16.09.2018

19 Uhr 

Mo. 17.09.2018

19 Uhr