Als Abiturientin ist sie versehentlich kopfüber ins Nichtschwimmerbecken gesprungen – und seitdem von der Halspartie bis zu den Fußspitzen vollständig gelähmt. An den Rollstuhl ge-fesselt und rund um die Uhr auf Pflegepersonal angewiesen, erzählt Maria-Cristina Hallwachs von ihrer Entscheidung für das Leben und ihrer Abhängigkeit von der Technik. Dabei thematisiert sie nicht allein ihr individuelles Schicksal, sondern reflektiert darüber, was Menschsein ausmacht. Wo fängt Behinderung an? Wo hört sie auf? Bestimmt sich der Wert eines Menschenlebens über seine Profitabilität für die Allgemeinheit? Wie immer in den Ar-beiten von Rimini Protokoll repräsentiert der Mensch, um dessen Leben es geht, sich selbst. Und so stellt Maria-Cristina Hallwachs schließlich die Frage, wer denn bitte zu entscheiden hat, ab wann ein Leben lebenswert ist. Ihre Antwort ist eindeutig: Nur sie selbst kann und darf das. „Ich bin jetzt 38 Jahre alt und ich bin anfällig. Anfällig für den Tod. Anfällig für das Leben.“

Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel bilden seit 2000 ein Autoren-Regie-Team. Ihre Arbeiten im Bereich Theater, Hörspiel, Film, Installation entstehen in Zweier- und Dreier-Konstellationen sowie Solo. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Weiterentwicklung der Mittel des Theaters, um ungewöhnliche Sichtweisen auf unsere Wirklichkeit zu ermöglichen. 2011 wurde das Gesamtwerk von Rimini Protokoll mit dem Silbernen Löwen der 41. Theaterbiennale Venedig ausgezeichnet.

Mit Maria-Cristina Hallwachs, Timea Mihályi * Konzept, Text, Regie: Helgard Haug und Daniel Wetzel * Bühne, Licht, Videomapping: Marc Jungreithmeier * Bühne: Marco Canevacci (Plastique Fantastique) * Video, Videomapping: Grit Schuster * Musik: Barbara Morgenstern * Dramaturgie und Recherche: Sebastian Brünger * Produktionsleitung: Heidrun Schlegel * Regieassistenz und Recherche: Markus Klemenz * Bühnenbildassistenz: Ewa Sobczak * Produktionsassistenz: Caroline Lippert * Inspizienz: Hans Beck, Thomas Hoffmann * Regiehospitanz: Birte Niederhaus * Dramaturgiehospitanz: Lena Fritschl * Eine Produktion von Rimini Apparat in Koproduktion mit dem Schauspiel Stuttgart * Gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten * Ermöglicht durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ im Rahmen der Gastspielförderung Theater / Tanz aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kultur- und Kunstministerien der Länder.

Rimini Protokoll (Berlin)
Qualitätskontrolle
Sa. 05.12., So. 06.12.2015

PERFORMANCE/THEATER
* € 19,- / erm. € 9,-.
In Deutsch mit englischen Übertiteln

ORT
Saal
Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main

 
(c) Cecilia Gläsker

(c) Cecilia Gläsker

 
(c) Cecilia Gläsker

(c) Cecilia Gläsker

Veranstaltungsdatum

Sa. 05.12.2015
Qualitätskontrolle - im Anschluss Künstlergespräch

19.00 Uhr 

So. 06.12.2015

18.00 Uhr