Wer traut sich in Anbetracht der desaströsen ökologischen und geopolitischen Entwicklungen noch Utopien – ideale Formen der Gemeinschaft und des Handelns – zu denken? Der bildende Künstler und Performance Artist Ibrahim Quraishi verwandelt dennoch oder gerade deshalb das Erdgeschoss des Mousonturms in eine Forschungsstätte für utopisches Denken. Quraishi treiben keine abstrakten Konzepte, sondern die Suche nach konkreten Wegen, um neue nachhaltige und selbstverantwortliche Formen des Zusammenlebens zu finden. Besucherinnen und Besucher sowie internationale Gäste aus Wirtschaft, Musik, Performance und Religion sind eingeladen, sich für Vorträge, Workshops, Performances und weitere Interventionen in einer dystopischen Oase um zwei Fischbecken zu versammeln, die die Basis für eine alternative Form der Nahrungsmittelproduktion sind, und ihre ganz persönlichen Utopien zu teilen.

In Deutsch und Englisch * Konzept: Ibrahim Quraishi, Ulrich Glaser

Ibrahim Quraishi (Amsterdam/Berlin)
Utopia I
Sa. 8. — Mo. 10.4., Do. 13. — Sa. 15.4., Mi. 19. — So. 23.4.2017

INSTALLATION/VORTRAG/PERFORMANCE
* Eintritt frei.

ORT
Foyer
Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main

Claus Richter (Köln)
Bright Futures  - Über die Schönheit technischer und sozialer Utopien
22.4., 20 Uhr

Claus Richter ist bildender Künstler und Autor mit einem großen Faible für  Vergnügungsparks und Science-Fiction-Fan-Kultur. In seiner für Utopia I konzipierten Lecture-Performance entführt er uns in die schillernde Welt der technischen Utopien der letzten 150 Jahre. Von den fantastischen Texten Jule Vernes über die großartigen Illustrationen von Albert Robida, der Ende des 19. Jahrhunderts opulente Zukunftsvisionen entwarf über die frühen futuristischen Filme und das Space-Age in den 1950er und 60er Jahren bis hin zu den Technikvisionen in Disney-Themenparks wie dem EPCOT-Center, Richter unternimmt einen performativen Parforce-Ritt durch den Technikoptimismus, der im legendären Jahr 2000, das für viele Visionäre ein wichtiger Bezugspunkt war, eine merkwürdige, ernüchternde Wendung nahm. Mit „Bright Futures“ eröffnet Claus Richter die Caveland-Night. 

Konzept & Vortrag: Claus Richter

Ayşe Orhon & Nihan Devecioğlu (Berlin/ Istanbul/ München)
Five Studies for Barbarians - Sounds and Movements of Corpreal Geographies

 

Sa. 22.4. 21 Uhr, Performance

Der menschliche Körper ist für Philosophen, Künstler und Wissenschaftler immer wieder Ausgangspunkt um andere Lebensweisen zu denken. Durch seine spezifische Verfasstheit scheint er Zugänge zu Welten zu ermöglichen, die jenseits bekannter kultureller Codes liegen.
In einer Vorstudie zu ihrer neuen Produktion „Barbarians“ begibt sich die in Istanbul und Berlin lebende Choreografin Ayşe Orhon auf die Suche nach diesem utopischen Potential des Körpers. Im Dialog mit der Sängerin Nihan Devecioğlu deckt sie verborgene klangliche und expressiven Schichten auf, die uns mit Wahrnehmungszuständen in Kontakt bringen, die vor der Sprache liegen. Geheimnisvoll, verstörend und erfrischend zugleich.

Performance * Konzept: Ayşe Orhon, Nihan Devecioğlu Performance: Nihan Devecioğlu * Unterstützt durch ALT Sanat Mekanı und Yeldeğirmeni Sanat/Municipality of Kadıköy in Istanbul * Eintritt frei.

ANNAWOOH - DEL AV DIN VÄRLD 22.4. 23 Uhr, Konzert, Liveset & DJ Set

Annawooh bewegt sich im Grenzbereich zwischen abstraktem Pop und experimenteller Musik. Zum Abschluss der Caveland Night verwandelt Anna Hjalmarsson mit ihrem Soloprojekt die Installation Utopia I von Ibrahim Quraishi in eine Konzert-Location. Umgeben von Bäumen und Wasserrauschen malt sie in einer aufregenden Mischung aus Liveset, DJset und Konzert akustische Landschaften, die alles Menschliche klein und unscheinbar wirken lassen.  Ausbalanciert wird dieses düstere Bild durch ihre Liveperformance und eindringliche Beats. Ein elektronisches Streben nach Utopia!

Veranstaltungsdatum

Sa. 08.04.2017

18-21 Uhr 

So. 09.04.2017
Ayşe Orhon & Nihan Devecioğlu: Five Studies for Barbarians - Sounds and Movements of Corpreal Geographies (Performance)

15 Uhr 

So. 09.04.2017
Diego Agulló: Becoming a collective body of spectators (Workshop)

16:30 Uhr 

Mo. 10.04.2017
Diego Agulló: Art for the sake of Life: De-professionalizing the world (Lecture-Performance)

21 Uhr 

Mo. 10.04.2017

ab 17 Uhr 

Do. 13.04.2017
431art: In Töpfen eine bessere Welt (Workshop)

17 Uhr 

Do. 13.04.2017

ab 17 Uhr 

Fr. 14.04.2017
Seyran Ateş: ISLAM UND SEXUELLE REVOLUTION (Lecture)

19 Uhr 

Fr. 14.04.2017

ab 16 Uhr 

Sa. 15.04.2017
431art: In Töpfen eine bessere Welt (Workshop)

16 Uhr 

Sa. 15.04.2017

ab 16 Uhr 

Mi. 19.04.2017

ab 17 Uhr 

Do. 20.04.2017

ab 17 Uhr 

Fr. 21.04.2017

ab 18 Uhr 

Sa. 22.04.2017

ab 17 Uhr 

So. 23.04.2017

ab 17 Uhr