Daniel Bernhard Cremer
(Berlin/Frankfurt)

Daniel Bernhard Cremer ist Autor, Auftrittskünstler und Konzeptsänger. Als Regisseur inszenierte er Opern, gestaltete kollektiv erdachte Theaterstücke mit und initiierte partizipatorische Projekte, unter anderem am HAU Hebbel am Ufer Berlin, Schauspiel Köln und Düsseldorfer Schauspielhaus.
2010 erfand er die „Fremdsprache“, eine mitteleuropäisch klingende Kunstsprache, und begann in dieser Sprache Standardformen des sozialen Austauschs in spielerischen Simulationen in einen neuen Gebrauch zuzuführen. Nachdem Cremer zwischen 2010 und 2014 eine Serie performativer Simulationen unter dem Label TALKING STRAIGHT herausbrachte, wurde er eines der Gründungsmitglieder der gleichnamigen Theatergruppe, mit der er bis Ende 2016 arbeitete. Mit TALKING STRAIGHT trat er u.a. am Studio R / Maxim-Gorki-Theater, an den Münchner Kammerspielen und dem „Stückemarkt“ des Berliner Theatertreffens auf. Er erhielt 2015 für die Erfindung der „Fremdsprache“ und für die Idee der spielerischen Simulationen den Preis der Autoren der Frankfurter Autorenstiftung.
Als Autor produzierte Cremer im letzten Jahr sein erstes Hörspiel für den rbb: GAYA, ein tantrisches Science-Fiction-Märchen, in dem die Menschheit komplett verschwult. Auf der Suche nach neuen, queeren Ausdrucksformen von Begehren und Intimität sieht Cremer sich als Teil der ökosexuellen Bewegung, einer Strömung in der zeitgenössischen Kunst und Sexualitätspolitik, die die Erde als Geliebte_n ansieht und darauf abzielt, neue Praktiken zu erfinden, mit der Natur und miteinander in Verbindung zu sein. Mit dem Künstlerinnen/Aktivistinnen-Paar Annie Sprinkle und Beth Stephens, die diese Bewegung stark inspiriert haben, arbeitete er unter seinem Pseudonym GAIABOI kürzlich bei der documenta 14 in Kassel.

https://vimeo.com/dnlcrmr
http://talkingstraight.de/