Im Rahmen von „Hayat Habibi*s“ wird Gericht gehalten – und zwar von jenen, denen seit Jahrhunderten in einer rassistischen Erzählung ein Hang zur Kriminalität unterstellt wird: den Roma.
Zeit, selbst Anklage zu erheben! In Kooperation mit dem pädagogischen Zentrum Schaworalle inszeniert Theatermacherin und Roma-Aktivistin Simonida Selimović einen Prozess nach Vorbild eines Roma-Gerichts (Romani Kris), wie es in vielen europäischen Ländern praktiziert wird. Auf einem Podium auf der Zeil, gegenüber dem Oberlandesgericht, wird jene diskriminierende Gewalt verhandelt, die kaum jemals Ziel der Strafverfolgungsbehörden ist.
Kläger*innen erheben die Stimme, Zeug*innen berichten, Musiker*innen treten auf. Zuletzt wird das Urteil gesprochen – von weisen Krisnitori, Mitgliedern der Roma-Community, die mit viel Lebenserfahrung auf die Sachlage blicken. Ihre Aufgabe ist es, die verloren gegangene Balance wiederherzustellen.
Infos
Dauer: ca. 80 Min.
Sprache: Romanes, Deutsch
Empfohlen ab 12 Jahren
Mousonturm-Produktion
Barrierefreiheit
Barrierefreiheit des Spielorts
Beteiligte und Förderer
Mit: Sanela Emin, Marko Jovanović, Ion Preda, Leyla Ristić, Vera Ristić, Simonida Selimović, Sabrina Stanca
Regie: Simonida Selimović
Musik: Adrian Gaspar
Ausstattung: Thea Hoffmann-Axthelm
Dramaturgie: Veronika Maurer
Regieassistenz: Sanela Emin
Eine Produktion vom Künstler*innnehaus Mousonurm.
"Hayat Habibi*s" wird im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain gefördert und vom Freunde und Förderer des Mousonturms e.V. unterstützt. Das Vermittlungs- und Diskursprogramm des Projekts wird von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.
Biografie Simonida Selimović
Simonida Selimović ist eine in Wien lebende Schauspielerin, Regisseurin und Autorin mit Roma-Herkunft. In ihren Projekten setzt sie sich vor allem mit den Themen Migration, Identität und Diskriminierung auseinander. Dabei ist ihr Anliegen, marginalisierte Stimmen hörbar zu machen und das Bewusstsein für die Lebensrealitäten der Roma-Community zu schärfen. Als Regisseurin und Autorin realisierte sie zuletzt Stücke wie „Bibi Sara Kali”, „Land Ohne Land”, „Noncia”, „Romnja City” und „Roma Slavery”, die sowohl in Österreich als auch international aufgeführt wurden.