Home in Huyong-Huyong

Grace Nono

Eine Frau sitzt ruhig auf dem Waldboden, umgeben von dichtem, grünem Pflanzenwuchs. Sie trägt ein langes, beiges Kleid und einen Strohhut. Ihr dunkles, langes Haar fällt über ihre Schultern. Neben einem Baum sitzend, hält sie einen Pflanzenzweig in der Hand und blickt nachdenklich zu Boden. Sonnenlicht fällt sanft durch das Blätterdach und schafft eine friedliche Atmosphäre.
© Grace Nono

Home in Huyong-Huyong

Eine Hand hält eine lockere, dunkle Erde mit feiner Textur. Die Erde wirkt feucht und durchzogen von Wurzeln. Der Hintergrund ist unscharf und zeigt einen natürlichen, erdigen Boden.
© Grace Nono
Zwei Personen sitzen in einem schmalen, gelben Kanu auf ruhigem Wasser. Eine Frau mit einem beigefarbenen Tuch über dem Kopf sitzt hinten, ein junger Mann im dunklen T-Shirt paddelt vorne. Die Wasseroberfläche spiegelt ihre Silhouetten. Im Hintergrund ist eine grüne Uferlandschaft zu sehen.
© Grace Nono
© Andrew Contreras / Styling: Zeldy Liquigan
© Andrew Contreras / Styling: Zeldy Liquigan

Home in Huyong-Huyong

Grace Nono

Grace Nono zählt zu den renommiertesten Musiker*innen der Philippinen. Als Musikethnologin mit Wurzeln im Flusstal Agusan del Sur im nördlichen Mindanao ist sie stark von verschiedenen indigenen Gesangspraktiken beeinflusst. Grace Nono kämpft für den Schutz dieser mündlich überlieferten Traditionen, die von der westlich dominierten philippinischen Musikszene ignoriert werden. Konzerte, Kollaborationen und Studienaufenthalte führten Grace Nono in die ganze Welt. In ihrer neuen Performance erzählt die Musikerin nun von ihrer Rückkehr nach Agusan del Sur und ihrer Entdeckung, dass das Land ihrer Vorfahren auf Torfboden liegt, ein Ökosystem, das oft übersehen, missverstanden und zerstört wird.

„Home in Huyong-Huyong“   ist mehr als eine autobiografische Erzählung. Die Performance ist Lied, Feldbericht und Traum zugleich, ebenso wie eine Einladung, wieder zu lernen, der Erde zuzuhören, die von Erinnerungen an die Kolonialgeschichte erzählt, von der Verantwortung gegenüber Familie und Gemeinschaft und von Verbindungen zum Unsichtbaren, von Geistern, die sie an die Oberfläche bringt. In der lokalen Sprache von Agusan del Sur beschreibt „Huyong-Huyong“ einen Boden, der so feucht ist, dass er unter den Füßen nachgibt. Er steht auch für die zitternde Weisheit der Nässe, für Ökosysteme, die sich der Einfriedung widersetzen und so gegen die Ignoranz des Menschen und die Folgen des Klimawandels aufbegehren, von denen die Philippinen als Archipel im Besonderen betroffen sind.

Infos
  • Uraufführung
  • Dauer: 60 Min.
  • Sprache: Englisch
  • Mousonturm-Koproduktion
Barrierefreiheit

Barrierefreiheit des Spielorts

Zugänglich mit Rollstuhl
Barrierefreie Haltestelle
Behindertenparkplätze vorhanden
Barrierefreie Toilette
Assistenzhund willkommen
Beteiligte und Förderer

Text, Konzept, & Performance: Grace Nono
Video Editing & Visuals: Brandon Relucio
Dramaturgie & Produktionsleitung: Franchesca Casauay
PH Research & Mitarbeit Produktion : Bjork Colao
Outside eye: Eisa Jocson
Video footage von: ALIMA Eco, Agri and Heritage Park Development, Bunawan, Agusan del Sur

Eine Koproduktion im Rahmen von „Sincerely Yours, the Philippines“, ein Projekt des Künstler*innenhaus Mousonturm in Kooperation mit dem Goethe-Institut Philippinen. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, gefördert von dem Beauftragten für Kultur und Medien. Gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, das Goethe-Institut und „Philippinen – Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2025“.

Biografie

Grace Nono stammt aus dem Flusstal von Agusan im Nordosten von Mindanao und ist Sängerin, Ethnomusikologin, Wissenschaftlerin und Kulturarbeiterin. Zunächst in westlichen und christlichen Musiktraditionen ausgebildet, engagiert sie sich seit über dreißig Jahren für die oral überlieferten indigenen Gesangs- und Musiktraditionen der Philippinen. Sie schlägt Brücken zwischen Performance, Forschung und dem Engagement für lokales und indigenes Wissen ebenso wie für lebende Traditionen. Grace Nono hat einen Doktortitel in Ethnomusikologie von der New York University und veröffentlichte zahlreiche Bücher wie “The Shared Voice: Chanted and Spoken Narratives from the Philippines” (2008), “Song of the Babaylan: Living Voices, Medicines, Spiritualities of Philippine Ritualist-Oralist-Healers” (2013) und „Babaylan Sing Back: Philippine Shamans and Voice, Gender and Place” (2023, 2021).  

Für ihre Musik, ihre wissenschaftliche Arbeit und ihr kulturelles Engagement hat sie zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Ihre Performances, die ihre Wurzeln in Gesang, mündlicher Überlieferung und sakralen Klängen haben, wurden in über 20 Ländern präsentiert, vom Lincoln Center in New York bis zum Rainforest World Music Festival in Malaysia. Sie hat sechs Soloalben veröffentlicht und an über fünfzehn Kompilations mitgewirkt. In ihrer Heimat Mindanao engagiert sie sich für den Dialog zwischen indigenen Ältesten und Wissenschaftlern zur Erhaltung des kulturellen Erbes, zur agroökologischen Landwirtschaft und zur Renaturierung von Torfmooren.