In „Travelogue I – Twenty to eight“ wird die Küche zur Bühne eines wilden, schmerzhaften und absurden Alltags. Kühlschrank, Tisch und Türen werden zu Spielpartner*innen, während fünf Figuren in neurotischen Routinen, stillen Sehnsüchten und grotesken Konflikten verstrickt sind.
Mit Humor, Schärfe und Sinnlichkeit zeichnet Sasha Waltz einen Ausschnitt der Gegenwart, der seit der Uraufführung 1993 nichts an Brisanz verloren hat. Tanz, Theater und die live eingespielte Musik des Tristan Honsinger Quintet verschmelzen zu einer expressiven, rhythmischen Momentaufnahme menschlichen Zusammenlebens, in der sich Einsamkeit, Begehren und komische Absurdität überlagern. Sasha Waltz, die den zeitgenössischen Tanz seit mehr als 30 Jahren maßgeblich prägt, begreift ihre Stücke als „living archive“, das mit jeder neuen Besetzung neu pulsiert und wächst. So bleibt „Travelogue I – Twenty to eight“ ein lebendiger Klassiker, der sich ständig verändert und mit jeder Generation neue Perspektiven eröffnet. Ein Tanzstück, das mit entlarvendem Witz und schmerzhafter Präzision auf unsere Beziehungen und unser Miteinander blickt – zeitlos, radikal, komisch und voll roher Schönheit.
Infos
- Dauer: ca. 65 Minuten
- Sprache: ohne Sprache
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Hinweis: Die Vorstellung enthält Szenen, die unter Umständen als abstrakte Darstellung sexualisierter Gewalt interpretiert werden könnten.
Barrierefreiheit
Barrierefreiheit des Spielorts
Beteiligte und Förderer
Regie und Konzept: Sasha Waltz
Bühne: Barbara Steppe
Licht: Tomski Binsert, André Pronk
Musik: Tristan Honsinger, Jean-Marc Zelwer
Tanz / Choreografie: Sasha Waltz & Guests
Das Stück wurde von und mit den Tänzer*innen Ákos Hargitay/Thomas Lehmen, Nasser Martin-Gousset, Takako Suzuki, Sasha Waltz und Charlotte Zerbey entwickelt.
Das Tanzfestival Rhein-Main 2025, ein Projekt von Künstler*innenhaus Mousonturm und Hessischem Staatsballett, wird ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und gefördert durch das Dezernat für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, die Aventis Foundation und die Dr. Marschner-Stiftung.
Hinweis zu sensorischen Reizen
- Musik in erhöhter Lautstärke für die letzten 10-15 Minuten
- Stellenweise lautes Türknallen