Das Geschlecht der Migration

Lizza May David, Rosa Cordillera A. Castillo und Jaya Jacobo

Collage mit drei Fotos von drei philippinischen Künstlerinnen. Lizza May David trägt einen schwarzen Pullover, Rosa Cordillera A. Castillo Lederjacke und weißes Shirt und Jaya Jacobo ein rotes Kostüm.
© Trinka Lat & Andrea D_Altoè & Cristopher Breda

Lizza May David, Rosa Cordillera A. Castillo & Jaya Jacobo

Das Geschlecht der Migration

Lizza May David, Rosa Cordillera A. Castillo und Jaya Jacobo

Die Künstlerin Lizza May David und die Wissenschaftlerin Rosa Cordillera A. Castillo entwickeln eine feministische Kritik an migrantischer Arbeit. Ein besonderes Augenmerk legen sie dabei auf die Arbeitsbedingungen philippinischer Arbeitsmigrantinnen im europäischen Kontext. Sie greifen somit einen Themenkomplex auf, der zahlreiche Stücke des Festivals „Sincerely Yours, the Philippines“ beeinflusst. Moderiert wird das Panel von der Schriftstellerin und transfeministischen Denkerin Jaya Jacobo. 

Infos
  • Sprache: Englisch
  • Dauer: 90 Minuten
  • Moderation: Jaya Jacobo
Beteiligte und Förderer

„Sincerely Yours, the Philippines“ ist ein Projekt des Künstler*innenhaus Mousonturm in Kooperation mit dem Goethe-Institut Philippinen. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, gefördert von dem Beauftragten für Kultur und Medien. Gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, das Goethe-Institut und „Philippinen - Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2025“.

Biografien

Lizza May Davids multidisziplinäre Praxis hat ihre Wurzeln in der Malerei, die sie mit künstlerischer Forschung und verschiedenen anderen Formaten, häufig in Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen und Künstler*innen, verknüpft. Ihre Arbeit erforscht im Besonderen die Lücken und das Schweigen in persönlichen und institutionellen Archiven. Frühere Videoprojekte befassten sich mit Themen wie geschlechtsspezifischer Arbeitsmigration und Erinnerung. Sie studierte an der Universität der Künste Berlin und der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Zu ihren jüngsten Ausstellungen und Kooperationen zählen „Nursing the Empire“ (gemeinsam mit Donna Miranda) auf der Wiesbaden Biennale 2025, „Close to Home“ im Savvy Contemporary Berlin 2025, „As We See Us: A Decolonial Salon des Refusés“ im MHAS Berlin 2025, „Stories that We Imagine, Stories that Connect Us“ im Kunstverein Langenhagen 2025 und „Forgive Us Our Trespasses“ im Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 2024. Geboren als Tochter philippinischer Eltern auf den Philippinen lebt und arbeitet sie heute in Berlin und identifiziert sich nach ihrem Umzug nach Deutschland als Kind mit postmigrantischer Erfahrung.

Rosa Cordillera A. Castillo ist Anthropologin und Kuratorin, sich mit Fragen sozialer Gerechtigkeit durch interdisziplinäre Forschung, Lehre sowie multimediale Wissensvermittlung und Praxis auseinandersetzt. Ihre Arbeit umfasst zentrale Felder wie Erinnerung, Imagination, Medien und Politik, politische Emotionen, Solidarität, Ethik und Dekolonialität. Mit einem interdisziplinären Blick untersucht sie die Schnittstellen dieser Bereiche und entwickelt innovative Ansätze, um drängende gesellschaftliche Fragen zu erforschen, zu theoretisieren und zu bearbeiten – mit besonderem Fokus auf die Prozesse und Dynamiken von Entmenschlichung und Rehumanisierung, denen Gewalt, Ungleichheiten und Widerstand zugrunde liegen. Derzeit ist sie Gastprofessorin an der Freien Universität Berlin sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institute for Social and Health Sciences der University of South Africa. Zuvor hatte Rosa akademische Positionen an der Universität Bremen, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies sowie an der University of the Philippines inne. Zudem war sie Kuratorin am Haus der Kulturen der Welt.

Jaya Jacobo ist eine trans-feministische Dichterin, Wissenschaftlerin und Theoretikerin. Sie lehrt Trans- und Queer-Studies am Department of Women and Development Studies der University of the Philippines in Diliman. Sie promovierte in Vergleichender Literaturwissenschaft an der State University of New York in Stony Brook und war Postdoktorandin im Programm “Global Grace: Gender and Cultures of Equality”, gefördert vom United Kingdom Research Innovation – Global Challenges Research Fund, an der University of the Philippines und der Päpstlich-Katholischen Universität von Rio de Janeiro. Sie arbeitete mit travestis und trans Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen und Community-Aktivistinnen in Brasilien ebenso zusammen wie mit trans, queeren und nicht-binären Performer*innen von den Philippinen sowie aus der philippinischen Diaspora weltweit. Sie war Mitbegründerin und Co-Herausgeberin der Zeitschrift „Queer Southeast Asia: A Transgressive Journal of Literary Art“ sowie Mitherausgeberin von „BKL: Bikol/Bakla, Anthology of Bikolnon Gay Trans Queer Writing“. Ihr Debütband „Arasahas“, ein Gedichtband auf Filipino (Savage Mind, 2023; Pulso, 2025), war Finalist in der Kategorie „Bestes Buch der Lyrik in Filipino“ bei den National Book Awards 2024. Die englische Übersetzung von Christian Jil Benitez, „Arasahas: Poems from the Tropics“ (PAWA & Paloma, 2024), ist Finalist für den Lambda Award