Den Blick dekolonialisieren & Stimme jenseits des Imperiums

Jaya Jacobo , Stephanie Misa , Renan Laru-an , Anjeline de Dios und meLê Yamomo

Collage mit fünf Fotos von philippinischen Künstler*innen. Von rechts nach links: Jaya Jacobo,  Stephanie Misa,  Renan Laru-an,  Anjeline de Dios  und meLê Yamomo.
© Andrea D’Altoè, Cristopher Breda, Helmi Korhonen, Galeria Sztuki Współczesnej, meLê yamomo

Jaya Jacobo, Stephanie Misa, Renan Laru-an, Anjeline de Dios und meLê Yamomo

Den Blick dekolonialisieren & Stimme jenseits des Imperiums

Jaya Jacobo , Stephanie Misa , Renan Laru-an , Anjeline de Dios und meLê Yamomo

15 Uhr: Den Blick dekolonialisieren

Im ersten Panel, das von der transfeministische Denkerin und Schriftstellerin Jaya Jacobo moderiert wird, widmen sich die Künstlerin und Forscherin Stephanie Misa und der Kurator Renan Laru-an aus ihrer jeweils eigenen Perspektive philippinischen Methoden des Kunstschaffens und der Kulturtheorie, die imperiale Visionen von den Tropen und der Postkolonie dekonstruieren.

16.55 Uhr: Voice Beyond Empire (Stimme jenseits des Imperiums)

Viele der Stücke im Festival „Sincerely Yours, the Philippines“ widmen sich der Stimme. Die improvisatorische und diskursive Performance „Voice Beyond Empire“ gibt Raum für Reflexion und weitere Perspektiven. In ihr erforschen die Stimm- und Klangkünstlerinnen meLê Yamomo, Anjeline de Dios und Jaya Jacobo die Modulationen postimperialer Stimmlichkeiten. Ein besonderes Augenmerk liegt auf diasporischen Tönen und Rhythmen, die in kollaborativen und ko-kreativen Klanggebilden am stärksten hervortreten.

Infos
  • Sprache: Englisch
  • Moderation: Jaya Jacobo


Beteiligte und Förderer

„Sincerely Yours, the Philippines“ ist ein Projekt des Künstler*innenhaus Mousonturm in Kooperation mit dem Goethe-Institut Philippinen. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, gefördert von dem Beauftragten für Kultur und Medien. Gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, das Goethe-Institut und „Philippinen - Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2025“.

Biografien

Jaya Jacobo ist eine trans-feministische Dichterin, Wissenschaftlerin und Theoretikerin. Sie lehrt Trans- und Queer-Studies am Department of Women and Development Studies der University of the Philippines in Diliman. Sie promovierte in Vergleichender Literaturwissenschaft an der State University of New York in Stony Brook und war Postdoktorandin im Programm “Global Grace: Gender and Cultures of Equality”, gefördert vom United Kingdom Research Innovation – Global Challenges Research Fund, an der University of the Philippines und der Päpstlich-Katholischen Universität von Rio de Janeiro. Sie arbeitete mit travestis und trans Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen und Community-Aktivistinnen in Brasilien ebenso zusammen wie mit trans, queeren und nicht-binären Performer*innen von den Philippinen sowie aus der philippinischen Diaspora weltweit. Sie war Mitbegründerin und Co-Herausgeberin der Zeitschrift „Queer Southeast Asia: A Transgressive Journal of Literary Art“ sowie Mitherausgeberin von „BKL: Bikol/Bakla, Anthology of Bikolnon Gay Trans Queer Writing“. Ihr Debütband „Arasahas“, ein Gedichtband auf Filipino (Savage Mind, 2023; Pulso, 2025), war Finalist in der Kategorie „Bestes Buch der Lyrik in Filipino“ bei den National Book Awards 2024. Die englische Übersetzung von Christian Jil Benitez, „Arasahas: Poems from the Tropics“ (PAWA & Paloma, 2024), ist Finalist für den Lambda Award 

Stephanie Misa ist bildende Künstlerin und Forscherin, deren Arbeit sich vor allem Methoden der Dekolonisierung widmet. Ihre künstlerische Praxis verbindet multikulturelle Zusammenarbeit, Kuration und feministische Kritik. Ihre Arbeiten untersuchen immer wieder Oralität und den Reichtum von Mehrsprachigkeit. Sie wurden unter anderem im Heidelberger Kunstverein (2025), im Kunstraum Lakeside, Klagenfurt (2023), in der RMIT Gallery, Melbourne (2023), im Depo Istanbul (2023), in der Wiener Secession (2022), im KODA House Governor’s Island, NYC (2022), im KW Institute of Contemporary Art Berlin (2021) und auf der 9. Bukarest Biennale (2021) gezeigt. Misa wurde 2021 mit dem Art Merita Prize for Artistic Research ausgezeichnet. Sie absolvierte die Akademie der bildenden Künste in Wien und hat einen Master-Abschluss des Interactive Telecommunications Program der NYU. Misa lebt und arbeitet in Wien und lehrt am Department of Artistic Strategies der Universität für angewandte Kunst in Wien, wo sie eine philippinische Forschungsplattform namens „Island Tides Initiative“ leitet.

Renan Laru-an ist Kurator und Theoretiker mit Lebensmittelpunkt in Berlin. Er entwickelt Ausstellungs-, Publikums- und Forschungsprogramme, die sich mit „unzureichenden“ und „subtrahierten“ Bildern, Themen und künstlerischen Werken befassen, die durch Entwicklungs- und Integrationsprojekte in Frage gestellt werden.

meLê yamomo hat in Lucena City, Los Baños, Manila, Seoul, Bangkok, Warwick und München gelebt und lebt derzeit zwischen Amsterdam und Berlin. Er ist Assistenzprofessor für Neue Dramaturgien, Medienkulturen, künstlerische Forschung und Dekolonialität an der Universität Amsterdam, Mitglied der Amsterdam Young Academy und Autor von „Sounding Modernities“ (Palgrave Macmillan, 2018). meLê ist Projektleiter des EU-JPICH-Projekts Decolonizing Southeast Asian Archives (DeCoSEAS) und des Niederländischen Forschungsrats-Projekts „Sonic Entanglements“, außerdem Gewinner des Open Ear Award, dem renommiertesten Komponistenpreis der Niederlande, und einer der 2020 KNAW Early Career Awardees der Königlich Niederländischen Akademie der Künste und Wissenschaften. Er ist Residenzkünstler am Theater Ballhaus Naunynstrasse, wo seine Werke „Echoing Europe“, „sonus“ und „Forces of Overtones“ aufgeführt wurden. meLê kuratiert das „Decolonial Frequences Festival“. Er moderiert und produziert zudem den „Sonic Entanglements Podcast“. In seinen Arbeiten als Künstler und Wissenschaftler beschäftigt sich meLê mit den Themen Klangmigrationen, queere Ästhetik und post-/dekoloniale Akustemologien.

Anjeline de Dios (geb. 1982) lebt in Krakau und Manila und ist eine Klangkünstlerin und -forscherin aus den Philippinen. Ihre Praxis der Gesangsimprovisation, des kritischen Schreibens und der Workshop-Moderation erforscht die Stimme und ihre kulturellen Wirkungs- und Heilungsgeografien. Anjelines Arbeiten wurden bei SAVVY Contemporary (Berlin), dem ArtsEverywhere Festival (Guelph), der Universität für Musik und Darstellende Kunst (Wien), dem Studio Plesungan (Jogjakarta) und dem UP Vargas Museum (Manila) präsentiert. Sie promovierte in Geografie an der National University of Singapore.