11 Uhr: Fürsorge und Kreativität: Trans- und Queer-Modalitäten
Das Festival „Sincerely Yours, the Philippines” erforscht aus unterschiedlichen Perspektiven alternative und marginalisierte Formen der Fürsorge. Als Teil des Diskursprogramms, das die Perspektiven des Performanceprogramms ergänzt und erweitert, werden die Künstler*innen Lukresia und Justin Rivera die Bedingungen der Fürsorge und Sorgearbeit beleuchten, die trans und queeren Kreativitätsmodellen in den Philippinen und in der Filipina/Filipinx/Filipino-Diaspora in Europa zugrunde liegen.
Infos
- Sprache: Englisch
- Moderation: Jaya Jacobo
Barrierefreiheit
Barrierefreiheit des Spielorts
Beteiligte und Förderer
„Sincerely Yours, the Philippines“ ist ein Projekt des Künstler*innenhaus Mousonturm in Kooperation mit dem Goethe-Institut Philippinen. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, gefördert von dem Beauftragten für Kultur und Medien. Gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, das Goethe-Institut und „Philippinen - Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2025“.
Biografien
Lukresia, auch bekannt als thirdworlbb, ist Model sowie Performance- und Bildkünstlerin. Bevor Lukresia ihren Lebensmittelpunkt nach Berlin verlegte verband sie in ihrer künstlerischen Praxis auf den Philippinen Alltagskultur mit Mode – etwa durch das Verwenden von gefundenen Objekte und das Sammeln von Vergänglichem wie Blättern, Holz, Abfall und anderen unscheinbaren Materialien, die in neuer Form weiterlebten. Was zunächst als visuelles Tagebuch begann, entwickelte sich zu einer künstlerischen Praxis, aus denen die Zusammenarbeit mit Designer*innen und Institutionen hervorging und 2023 in einem Cover für die Vogue Philippines mündete. Im Jahr 2024 brachte Lukresia gemeinsam mit Joshua Serafin und Bunny Cadag das Stück PEARLS am Viernulvier in Gent zur Uraufführung und präsentierte es im Rahmen des Abschlussprogramms der 60. Internationalen Kunstausstellung der Biennale di Venezia. Die Produktion wurde zudem an verschiedenen Institutionen gezeigt, darunter das Haus der Kulturen der Welt Berlin, Esplanade Singapore, HAU Hebbel am Ufer Berlin und Beursschouwburg Brüssel. Parallel dazu blieb Lukresia in der Mode aktiv und arbeitete mit Häusern wie Mugler und IKEA.
Justin Rivera (er/ they) ist Künstler*in mit aktuellem mit aktuellem Lebensmittelpunkt im Vereinigten Königreich und verfolgt einen multidisziplinären Ansatz. Die künstlerische Praxis von Justin ist in indigenem Futurism und Solarpunk verankert. Durch spekulative Erzählungen, Textilien, Keramik und Performancekunst untersucht Justin, wie Mythen, Erinnerungen und Rituale in einen hoffnungsvollen, alternativen Zukunftsentwurf verwandelt werden können. Justin studierte von 2017 bis 2021 Modedesign an der Kingston University, mit einem einjährigen Studienaufenthalt an der Universität der Künste Berlin (UdK). In den vergangenen drei Jahren entstanden zahlreiche Kollaborationen mit Choreograf*innen und Performancekünstler*innen in Europa und im Vereinigten Königreich — darunter mit Mandhla Ndubiwa (Österreich und Deutschland, 2021), Kianni del Valle (Berlin Art Week, 2022), José Funnell (ICA London Live, 2023) und Mahsa Salali (Playbody, 2024, sowie Whitechapel Gallery, 2025). Justins aktuelle Arbeiten wurden in Vuhklaan sa Kalawakwahn im Kalawakan SpaceTime, Manila (Juni–Juli 2025), präsentiert. Außerdem verantwortete Justin die zweitägige Ausstellung und Veranstaltung von MYTO im Ugly Duck, London (März 2025). MYTO ist ein von Künstler*innen geführtes, multidisziplinäres Kollektiv, das alternative Bildungsformen durch Musik, Performance, zeitgenössische Kunst und Clubkultur erforscht.
Jaya Jacobo ist eine trans-feministische Dichterin, Wissenschaftlerin und Theoretikerin. Sie lehrt Trans- und Queer-Studies am Department of Women and Development Studies der University of the Philippines in Diliman. Sie promovierte in Vergleichender Literaturwissenschaft an der State University of New York in Stony Brook und war Postdoktorandin im Programm “Global Grace: Gender and Cultures of Equality”, gefördert vom United Kingdom Research Innovation – Global Challenges Research Fund, an der University of the Philippines und der Päpstlich-Katholischen Universität von Rio de Janeiro. Sie arbeitete mit travestis und trans Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen und Community-Aktivistinnen in Brasilien ebenso zusammen wie mit trans, queeren und nicht-binären Performer*innen von den Philippinen sowie aus der philippinischen Diaspora weltweit. Sie war Mitbegründerin und Co-Herausgeberin der Zeitschrift „Queer Southeast Asia: A Transgressive Journal of Literary Art“ sowie Mitherausgeberin von „BKL: Bikol/Bakla, Anthology of Bikolnon Gay Trans Queer Writing“. Ihr Debütband „Arasahas“, ein Gedichtband auf Filipino (Savage Mind, 2023; Pulso, 2025), war Finalist in der Kategorie „Bestes Buch der Lyrik in Filipino“ bei den National Book Awards 2024. Die englische Übersetzung von Christian Jil Benitez, „Arasahas: Poems from the Tropics“ (PAWA & Paloma, 2024), ist Finalist für den Lambda Award