Schon lange bevor Algorithmen im Internet unsere Weltbilder für uns zusammengepuzzelt haben, gab es den Supermarkt, der uns seit seiner Erfindung immer genau zeigen konnte, was wir sehen sollen, was wir uns wünschen und was wir brauchen sollen – während wir nie das Gefühl verlieren, dabei selbst zu entscheiden. Doch Leitsysteme nehmen uns spätestens ab der Obst- und Gemüseabteilung an die Hand und führen uns durch den Ort, der mit Produktplatzierung und allerlei ausgeklügelten Tricks und Erfindungen (Kassenzettel, Payback, Klänge, Düfte) oft mehr über unsere Schwächen zu wissen scheint als unsere besten Freund*innen. Ob Discounter oder Biomarkt: Konsum ist nie nur privat. Er ist Soziologieexperiment und manchmal auch Klassenkampf im Alltag, ausgetragen zwischen Pastinaken und Energy-Drinks.
Höchste Zeit also, mit „Supermarxt“ von imaginary company diesen alltäglichen Ort zwischen Dosenfutter und Tiefkühltruhe zum Ausgangspunkt einer lustvollen und zugänglichen Auseinandersetzung zu machen mit Konsum, Selbstbestimmung und sozialer Wirklichkeit.
Die Performancegruppe imaginary company bildete sich 2017/18 während der Residenz next generation workspace am Mousonturm Frankfurt. Die fünf Künstlerinnen der Gruppe verbindet die Frage, wie sich anspruchsvolles politisches Theater für Kinder und Jugendliche realisieren lässt, das sein Publikum als Zuschauerinnen und Spieler*innen ernst nimmt. Im Fokus steht die unmittelbare Erfahrung häufig abstrakter, komplexer Fragestellungen in Form von performativen und literarischen Realitätsverfremdungen, denen meist umfangreiche Recherchen vorausgehen.
Infos
- Alter: 12+
- Dauer: 90 Minuten
- Sprache: In deutscher Lautsprache
Beteiligte und Förderer
Idee und Konzept: imaginary company
Spiel: Liese Lyon, Arthur Romanowski
Regie: Arthur Romanowski
Bühne und Kostüm: Marina Rengel Lucena
Technik und Video: Lars Löffler
Künstlerische Produktion: take the money and run GbR
Foto: Katrin Schander
Herzlichen Dank an die Schulklasse von Marina Bock (IGS Herder Schule)
„SUPERMARXT - Der Bauch von Frankfurt“ ist eine Koproduktion vom Künstler*innenhaus Mousonturm im Rahmen der Jungen Theaterwerkstatt am Zoo und dem Theaterhaus Frankfurt. Gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung.