Der Soldat. Ein Übergangsritual

Julian Warner

Ein großes Porträt eines schwarzen Mannes wird auf eine Stoffleinwand projiziert. Davor steht ein Performer mit Akkordeon, von Publikum umgeben. Die Szene ist atmosphärisch ausgeleuchtet und wirkt andächtig.
© Julie Folly
Eine performative Szene mit Akkordeonspieler im Rampenlicht, der mit weit geöffnetem Mund in ein Mikrofon singt. Die Atmosphäre ist konzentriert und expressiv, im Hintergrund eine dunkle Bühnenwand.
© Julie Folly
Blick von oben auf eine Bühne mit zwei Performern: einer spielt Akkordeon, der andere sitzt am Schlagzeug. Auf einer Stoffleinwand dazwischen ist ein Titeltext in mehreren Sprachen rückseitig projiziert.
© Julie Folly
Audioflyer „Der Soldat. Ein Übergangsritual“
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Audiopodcast Der Soldat
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Ein Performer mit Mikrofon steht vor einer halbtransparenten Leinwand, auf die ein historisches Schwarzweißfoto projiziert ist. Er hebt eine Hand, deren Schatten sich mit den erhobenen Händen der abgebildeten Menschen überlagert.
© Julie Folly

Der Soldat. Ein Übergangsritual

Julian Warner

Bekannt geworden ist Julian Warner als Musiker, antirassistischer Aktivist, Künstler, Kurator und Leiter des Brechtfestivals in Augsburg. In seinem neuen Solo widmet er sich einer Ikone des Schwarzen Widerstands: Frantz Omar Fanon (1925–1961). Begleitet von Schlagzeuger Markus Acher durchlebt der Schwarze Künstler Julian Warner auf der Bühne seine Verwandlung zum Soldaten: Im Takt des Schlagwerks, dem körperlichen Drill ausgeliefert, stellt er Fragen an die Geschichte und seine Erfahrungen im Kulturkampf um Repräsentation und Ressourcen. Und er sucht nach seinem eigenen Verhältnis zur Gewalt. Wann ist Kulturkampf Krieg, und ist es notwendig, darin Gewalt auszuüben?

Kaum jemand hat die Rolle von Gewalt in einer zerrissenen Welt so klar analysiert wie Frantz Fanon – Psychiater und Marxist aus Martinique. Er war überzeugt, dass die Entmenschlichung durch den europäischen Kolonialismus nicht durch Gespräche oder Zugeständnisse beendet werden könne, sondern nur durch die Zerschlagung des kolonialen Systems: „Die Befreiung der Okkupierten ist gleichzeitig der Schrecken der Besatzer.“ Fanons Verteidigung antikolonialer Gewalt wurde weltweit von linken Bewegungen aufgegriffen – von den Black Panthers in den USA bis zur RAF in Deutschland – und sorgt bis heute für kontroverse Diskussionen.

Ob in der Politik, der Wirtschaft, im Krieg oder in der Kultur – die Figur des Soldaten hat sich zu einem Symbol der Gegenwart entwickelt, und militärisches Denken prägt zunehmend gesellschaftliches Handeln. Und immer lauter stellt sich dabei die Frage nach der Notwendigkeit und Rechtfertigung von Gewalt.

Der Soldat. Ein Übergangsritual“ besteht aus zwei Teilen. Teil Eins ist eine 50-minütige musikalische Performance. Teil Zwei ist ein 60-minütiges Nachgespräch im Fishbowl Format, in dem das Publikum, angeleitet von zwei Gruppenanalytikern, das Erlebte gemeinsam durcharbeitet.

Infos
  • Dauer: 50 Minuten + 60 Minuten Fishbowl Format
  • Lautsprache: Deutsch
  • Fishbowl-Talk im Anschluss an die Vorstellung
  • am 05.02. mit Audiodeskription und Tastführung
Barrierefreiheit

Barrierefreiheit der Veranstaltung

Diese Veranstaltung ist mit Audiodeskription und vorangehender Tastführung für blinde und sehbehinderte Menschen.

Barrierefreiheit des Spielorts

Der Veranstaltungsort ist mit Rollstuhl zugänglich. Es ist ggfls. ein Aufzug vorhanden.
Eine Barrierefreie Haltestelle befindet sich in der Nähe des Veranstaltungsorts.
Behindertenparkplätze in der Nähe des Veranstaltungsortes vorhanden.
Der Veranstaltungsort verfügt über eine barrierefreie Toilette.
An diesem Spielort sind Assistenzhunde willkommen!

am 05.02. Audiodeskription und Tastführung

  • Live-Audiodeskription in deutscher Sprache für blinde und sehbehinderte Zuschauer*innen mit vorangehender Tastführung.
  • Die Tastführung startet um 18:45 Uhr und dauert ca. 30 Minuten. Der Treffpunkt ist vor dem Eingang zum Saal.
  • Tastbilder während der Vorstellung
  • Begleitservice ab Haltestelle Merianplatz (U4), Zoo (U6/U7) und Waldschmidtstraße (Straba) möglich, bitte per Mail oder telefonisch anmelden
  • Die Empfangsgeräte und Kopfhörer für die Audiodeskription erhalten Sie am Saaleingang vom Vorderhauspersonal.
  • sagen Sie uns gern via barrierefreiheit@mousonturm.de oder + 49 (0) 1590 184 70 05 Bescheid, wenn Sie Audiodeskription & Tastführung in Anspruch nehmen möchten
  • Audioflyer (SoundCloud)
Beteiligte und Förderer

Konzept, Performance, Musik: Julian Warner
Musik und Live-Schlagzeug: Markus Acher
Stimme: Veronica Burnuthian
Dramaturgie: Veronika Maurer
Licht, Technik: Dennis Dita Kopp
Künstlerische Produktionsleitung: Sabine Klötzer
Übersetzungen: Veronica Burnuthian, Anna McCarthy
Audiodeskription: Dana Lienert, Anja Schneidereit, Mariam Nazaryan
Gruppenanalytiker: Inge Schubert, Fernando Espinoza
Produktion: Studio Julian Warner
Koproduktion: Belluard Bollwerk, Kaserne Basel, Donaufestival Krems, Burg Hülshoff – Center for Literature, Theater Rampe, Münchner Kammerspiele, studiobühneköln

Entstanden dank eines Kulturförderbeitrags des Kantons Freiburg

Gefördert im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie vom Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur im Rahmen der Reihe All In - Theater von allen für alle. 

Audiodeskription: Teil der Maßnahmen zur Barrierefreiheit am Künstler*innenhaus Mousonturm, gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt und die Aventis Foundation. Als Teil der Reihe „Theater von allen für alle“ gefördert vom Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur im Rahmen.

 

05.02. Audiodeskription und Tastführung

am 05.02. mit Audiodeskription und Tastführung

  • Live-Audiodeskription in deutscher Sprache für blinde und sehbehinderte Zuschauer*innen mit vorangehender Tastführung.
  • Die Tastführung startet um 18:45 Uhr und dauert ca. 30 Minuten. Der Treffpunkt ist vor dem Eingang zum Saal.
  • Tastbilder während der Vorstellung
  • Begleitservice ab Haltestelle Merianplatz (U4), Zoo (U6/U7) und Waldschmidtstraße (Straba) möglich, bitte per Mail oder telefonisch anmelden
  • Die Empfangsgeräte und Kopfhörer für die Audiodeskription erhalten Sie am Saaleingang vom Vorderhauspersonal.
  • sagen Sie uns gern via barrierefreiheit@mousonturm.de oder + 49 (0) 1590 184 70 05 Bescheid, wenn Sie Audiodeskription & Tastführung in Anspruch nehmen möchten
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Biografie

Julian Warner ist ein deutsch-britischer Künstler und Kurator. Er war von 2023 bis 2025 künstlerischer Leiter des Brechtfestival Augsburg und verantwortete 2022 das Festival der KulturRegion Stuttgart. Davor entwarf er Festivals und Spektakel für das Künstler*innenhaus Mousonturm, die Münchner Kammerspiele u.v.a. Ihn verbinden Arbeitsbeziehungen mit der Konzeptkünstlerin Anta Helena Recke, der Choreografin Joana Tischkau, dem Theatermacher Oliver Zahn und dem Musiker Markus Acher. Er ist Herausgeber eines Sammelbandes zu Problemen der postkolonialen Kritik in Deutschland „After Europe. Beiträge zur dekolonialen Kritik“ (Verbrecher Verlag, 2021) und seit 2019 Gruppenanalytiker in Ausbildung am Seminar für Gruppenanalyse Zürich (SGAZ). Seit 2025 hält er die Professur für transdisziplinäre künstlerische Praxis an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart (HMDK).

Content Note

In der Performance werden Rassismuserfahrungen thematisiert. Dabei werden auch rassistische Äußerungen wiedergegeben.