Im Rahmen von "Demokratie stärken, solidarisch handeln!"eine Kooperation zwischen dem Dezernat II, Stabsstelle Antidiskriminierung und dem Mousonturm Frankfurt
„Wann ist Kulturkampf Krieg, und ist es notwendig, darin Gewalt auszuüben?“ – über diese Frage denkt Julian Warner in seinem Stück „Der Soldat“ nach, indem er eine Ikone des Schwarzen Widerstands befragt: Frantz Fanon.
Wir nehmen diese Frage zum Anlass, um über Kulturkampf von links nachzudenken, über widerständige Praxis beim Kulturschaffen und Theatermachen. Wenn wir uns bereits mitten in einem Kulturkampf befinden, wer oder was steht sich gegenüber? Und wenn wir kämpfen müssen, mit welchen Waffen? Simone Dede Ayivi, Julian Warner und Daniel Loick sprechen mit Rebecca Schmidt darüber, warum wir überhaupt über Theater und Widerstand nachdenken müssen. Und wie kann uns Frantz Fanon dabei helfen?
Infos
- Sprache: Deutsch
- mit:
Simone Dede Ayivi ‒ Theaterregisseurin und Autorin
Daniel Loick ‒ Philosoph
Julian Warner ‒ Theaterregisseur und Musiker
Moderation: Rebecca Schmidt ‒ Forschungsinstitut gesellschaftlicher Zusammenhalt
Beteiligte und Förderer
Speaker*innen: Simone Dede Ayivi, Julian Warner und Daniel Loick
Moderation: Rebecca Schmidt
Eine Kooperation zwischen dem Dezernat II, Stabsstelle Antidiskriminierung und dem Mousonturm Frankfurt
Demokratie stärken, solidarisch handeln!
„Demokratie stärken, solidarisch handeln!“ ist eine gemeinsame Programmreihe des Dezernats der Bürgermeisterin, der Stabsstelle Antidiskriminierung und des Künstler*innenhaus Mousonturm. Ziel der Kooperation ist es, zentrale Fragen von Demokratie, Teilhabe und gesellschaftlichem Zusammenhalt aus einer antidiskriminierungs- und kulturpolitischen Perspektive zusammenzudenken und für unterschiedliche Zielgruppen erfahrbar zu machen. In künstlerischen, dialogischen und bildungspolitischen Formaten werden Themen wie Erinnerungskultur, Empowerment, Extremismusprävention und solidarisches Handeln in einer postmigrantischen Stadtgesellschaft aufgegriffen. Die Reihe verbindet kulturelle Bildung mit politischer Verantwortung und schafft Räume, in denen marginalisierte Perspektiven sichtbar werden, Wissen geteilt und demokratische Handlungsmöglichkeiten gestärkt werden.
Biografien der Beteiligten
Rebecca Caroline Schmidt ist seit 2012 Geschäftsführerin (Managing Director) des Forschungszentrums Normative Ordnungen der Goethe-Universität. In dieser Eigenschaft ist sie für die Koordination des Zentrums verantwortlich und zugleich an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Wissenschaftsmanagement und Wissenstransfer tätig. u.a. durch die Konzeption und Moderation vielfältiger Veranstaltungsformate. Daneben ist sie Administrative Geschäftsführerin des deutschlandweiten Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt, welches seit 2020 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Sie studierte Rechtswissenschaften an der Goethe-Universität und war als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität und in einer internationalen Wirtschaftssozietät tätig.
Gäste:
Simone Dede Ayivi Performances erörtern Fragen von Repräsentation, Widerstand und Community. Ihre Arbeiten sind biografisch motivierte, meist interviewbasierte Rechercheprojekte. Sie beschreitet Wege des Erinnerns und Wiederfindens – und rückt politische Kämpfe und Bewegungen, Schwarze Geschichte und Gegenwart ins Scheinwerferlicht. Simone studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim. Sie ist eine der Autor*innen von „Eure Heimat ist unser Albtraum“ und hat in verschiedenen Sammelbänden veröffentlicht. Sie schreibt weiterhin unter anderem für Zeit Online, Tagesspiegel, Missy Magazin und die taz. Ayivi engagiert sich bei ISD – Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland und ist im Vorstand von Lause Lebt e.V.
Julian Warner ist ein deutsch-britischer Künstler und Kurator. Er war von 2023 bis 2025 künstlerischer Leiter des Brechtfestival Augsburg und verantwortete 2022 das Festival der KulturRegion Stuttgart. Davor entwarf er Festivals und Spektakel für das Künstler*innenhaus Mousonturm, die Münchner Kammerspiele u.v.a. Ihn verbinden Arbeitsbeziehungen mit der Konzeptkünstlerin Anta Helena Recke, der Choreografin Joana Tischkau, dem Theatermacher Oliver Zahn und dem Musiker Markus Acher. Er ist Herausgeber eines Sammelbandes zu Problemen der postkolonialen Kritik in Deutschland „After Europe. Beiträge zur dekolonialen Kritik“ (Verbrecher Verlag, 2021) und seit 2019 Gruppenanalytiker in Ausbildung am Seminar für Gruppenanalyse Zürich (SGAZ). Seit 2025 hält er die Professur für transdisziplinäre künstlerische Praxis an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart (HMDK).
Daniel Loick unterrichtet politische Philosophie an der Universität Amsterdam. Er interessiert sich für Kritiken staatlicher Gewalt (Polizei, Gefängnisse und Grenzen) sowie für Politiken der Lebensform. Zuletzt erschien von ihm Die Überlegenheit der Unterlegenen. Eine Theorie der Gegengemeinschaften (Suhrkamp, 2024).