Le Paradoxe de John

Philippe Quesne / Vivarium Studio

Das Foto zeigt mehrere Performer*innen in einem weißen Raum, umgeben von Nebel und schaumartigen Formen. Eine Person im gelben Anzug steht zentral mit dem Rücken zur Kamera, während andere Körper teils verhüllt oder mit Material bedeckt sind. Technik und Requisiten liegen am Boden.
© Martin Argyroglo
Das Foto zeigt mehrere Performer*innen in einem Raum, die um eine wachsende, schaumartige Masse auf einem Tisch stehen. Einige tragen Arbeitskleidung, andere beobachten. Im Hintergrund sind Werkstattbereiche sichtbar, die Performance verbindet Handwerk und Körper.
© Martin Argyroglo
Das Foto zeigt drei Performer*innen in warmem, orangem Licht, deren Körper mit ausladenden, schaumartigen Strukturen erweitert sind. Die Formen umgeben und verbinden die Körper, während sie sich im Raum bewegen und eine gemeinsame skulpturale Präsenz bilden.
© Martin Argyroglo
Das Foto zeigt zwei Performer*innen, deren Körper unter einer hochgewölbten Bodenfläche verborgen sind, nur ihre Köpfe ragen hervor. Der helle Holzboden bildet eine künstliche Landschaft, die Körper wirken wie darin eingebettet oder eingeschoben.
© Martin Argyroglo
Das Foto zeigt eine Performer*in mit langen Haaren, eingehüllt in eine graue Decke, sitzend zwischen großen, tropfenden, schaumartigen Formen. Nebel umgibt die Szene, während die Person seitlich ausgerichtet ist und Teil einer installativen Performance wird.
© Martin Argyroglo

Le Paradoxe de John

Philippe Quesne / Vivarium Studio

Philippe Quesne ist einer der bedeutendsten französischen Theatermacher. In seiner neuen Arbeit bringt er eine kleine, leicht exzentrische Gemeinschaft zusammen, die mit Humor und Melancholie die Rolle der Kunst im Alltag hinterfragt. „Le Paradoxe de John” ist ein feines Spiel über Einsamkeit, Gemeinschaft und die Magie des Alltäglichen. Philippe Quesne knüpft darin an eines der ersten Stücke an, das in bleibender Weise das Publikum bezauberte: 2007 porträtierte „L’Effet de Serge” einen einsamen Menschen, der sonntags kleine Shows für seinen Freundeskreis organisiert und dafür in seine einzigartige und fragile Fantasiewelt einlädt. Nun gilt es, gemeinsam eine Kunstgalerie einzurichten – und dafür muss die ganze schön-schräge Kunst gleich mit erfunden werden. Auf der Bühne entsteht ein ebenso humorvolles wie poetisches Universum aus animierten Objekten, einem Pianola, Schaumstoffskulpturen und doppelbödigem Laminat. Das Stück untersucht erneut den Platz der Kunst im Alltag, während musikalische und visuelle Erfindungen auf die poetisch eigenwilligen Texte der Autorin Laura Vazquez treffen. Zwischen atmosphärischen Effekten und absurden Situationen entsteht ein Theater der Nähe, das Menschen, geisterhafte Wesen und Gegenstände in einer gemeinsamen Komposition versammelt und die Notwendigkeit des künstlerischen Akts betont, so klein er auch sein mag.

Infos
  • Dauer: 80 Min.
  • Sprache: Französisch, Englisch, Italienisch mit deutschen und englischen Übertiteln
  • Mo 11.05.: Gespräch im Anschluss 
Barrierefreiheit

Barrierefreiheit des Spielorts

Zugänglich mit Rollstuhl
Barrierefreie Haltestelle
Behindertenparkplätze vorhanden
Barrierefreie Toilette
Assistenzhund willkommen
Beteiligte und Förderer

Konzept, Inszenierung, Bühnenbild: Philippe Quesne
Text: Laura Vazquez
Mit: Isabelle Angotti, Céleste Brunnquell, Marc Susini, Veronika Vasilyeva-Rije, Marc Chevillon
Kostüme: Anna Carraud
Kostümassistenz: Mirabelle Perot
Bühnenmanagment und künstlerische Zusammenarbeit: François Boulet, Marc Chevillon
Technische Mitarbeit: Thomas Laigle
Malerei und Dekor: Marie Maresca
Produktion: Alice Merer / Vivarium Studio
Produktionsassistenz: Mathilde Prevors
Musik: Noel Boggs, Fred Buscaglione, John Cage, Morton Feldman, Friedrich Hollaender, Lucy Railton, Franz Schubert, Demetrio Stratos, Riz Ortolani
Dank an: Zinn Atmane, Lola Bourdin (eniedocc), Jean-Charles Dumay, Léo Gobin, Sébastien Jacobs, Paul Nougé, Florian Sanchez (Eugène Blove), Lisa Sturacci, Maud Wyler, Julia Zastava

„Le Paradoxe de John“ wird im Rahmen des Jubiläumsprogramms „100 Jahre Mousonturm“ durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main gefördert.

Koproduktion: La Commune, CDN Aubervilliers, Festival d’Automne in Paris, Théâtre de la Bastille, Théâtre Garonne – Scène européenne, Maillon Théâtre de Strasbourg – Scène européenne, Maison Saint-Gervais – Genf; Kampnagel Hamburg.

Unterstützt von: Region Île-de-France. Vivarium Studio wird von der DRAC Île-de-France – Kulturministerium – gefördert. Das Ensemble erhält regelmäßige Unterstützung vom Institut Français für seine internationalen Tourneen.

 

Biografie

Philippe Quesne studierte Bildende Kunst und Bühnenbild in Paris und arbeitete danach über zehn Jahre lang als Bühnenbildner, bevor er 2003 das Ensemble „Vivarium Studio“ gründete. Er hat eine Theaterwelt und Inszenierungen geschaffen, in denen Menschen und ihre Umgebung miteinander interagieren. Seine Stücke touren weltweit, und gemeinsam mit ausländischen Ensembles entstehen neue Produktionen. Er war künstlerischer Leiter des Théâtre Nanterre-Amandiers (2014–2020) und der Ménagerie de Verre in Paris (2022–2025). Seine Werke zeichnen sich durch einen poetischen und experimentellen Umgang mit Materialien, Objekten und kollektiven Lebensweisen im Alltag aus – sowie durch jene stille Absurdität, mit der diese auf magische Weise die Schönheit des Alltäglichen feiern.