HTA-Ringvorlesung: Die Freiheit der Kunst
Werkstattgespräch mit Klaus Zehelein und Frieda Lange über Kunst und Institution

Hessische Theaterakademie

HTA-Ringvorlesung: Die Freiheit der Kunst
Werkstattgespräch mit Klaus Zehelein und Frieda Lange über Kunst und Institution

Hessische Theaterakademie

Als regelrechte Bollwerke scheinen sich Opernhäuser mit starren Strukturen, strenger Partiturtreue und traditionalistischen Ultra-Fans jeder visionären Gestaltbarkeit von Freiheit entgegenzustemmen. Klaus Zehelein hat über Jahrzehnte in seiner Arbeit als Dramaturg und Intendant (z.B. in Frankfurt und Stuttgart) das neue deutschsprachige Musiktheater entscheidend geprägt und verändert. Sein Wirken gilt mit Blick auf die Erfindung und Ausgestaltung einer Oper für den modernen Menschen als modellhaft. Seine Ideen eines heutigen Musiktheaters gewinnen durch die intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte der Werke zukunftsträchtige Brisanz.

Frieda Lange ist Regisseurin und Autorin. In ihrer Musiktheaterarbeit richtet sie den Blick auf Stimmen und Perspektiven, die im Alltag oft überhört oder übersehen werden. Ihre Inszenierungen zeichnen sich durch ungewöhnliche Hauptfiguren, vielfältige Besetzungen und eine starke musikalische Dimension aus – Musik und Klang bilden häufig das Zentrum ihrer Arbeiten, die den Produktionsapparat Oper neu prägen.

Im Gespräch mit dem Kultur- und Theaterwissenschaftler Lorenz Aggermann erkunden Frieda Lange und Klaus Zehelein die Wirkung künstlerischer Freiheiten innerhalb von scheinbar unveränderbaren Strukturen.

Infos
  • Sprache: Deutsch
  • Eine Kooperation von Künstler*innenhaus Mousonturm und Hessischer Theaterakademie – HTA.
Barrierefreiheit

Barrierefreiheit des Spielorts

Zugänglich mit Rollstuhl
Barrierefreie Haltestelle
Behindertenparkplätze vorhanden
Barrierefreie Toilette
Assistenzhund willkommen
Die Freiheit der Kunst

Zur Ringvorlesung:

„Die Freiheit der Kunst” steht im Zentrum der HTA-Ringvorlesung im Sommersemester 2026. Angesichts der autoritären Positionen, die in der Politik stärker werden, aber auch in einer Situation von Kürzungen in Kunst wie Wissenschaft zeichnet sich eine Entwicklung ab, in der die Freiheit der Kunst auf dem Spiel steht. Die AfD stellt Anträge in den Stadt- und Landesparlamenten, die den Handlungsspielraum von Kulturinstitutionen begrenzen sollen. Die Verantwortung für die finanzielle Sicherung der Kunst darf politisch nicht in den Hintergrund treten.

In dieser Situation ist es für Lehrende, Studierende und Künstler*innen im Umfeld der Hessischen Theaterakademie wichtig, sich das Recht der Kunstfreiheit immer wieder ins Bewusstsein zu rufen und zugleich die eigene Verantwortung auszuloten. Gemeinsam mit allen Interessierten gilt es darüber nachzudenken, welche Ressourcen der Staat dafür zur Verfügung stellen sollte und welche Verfasstheit Institutionen des Theaters und seiner Ausbildung benötigen, um gegenwärtig und künftig ausreichend Spielräume zu haben.

Wie sieht der Arbeitsalltag von Künstler*innen in der aktuellen politischen und finanziellen Situation aus? Welche Entfaltungsräume und Verlässlichkeiten werden durch die existierenden Theater- und Hochschulinstitutionen geboten, wo wirken sie einschränkend und starr? Welche Veränderungen sind notwendig, um die besonderen Freiräume von Kunst und Kultur zu bewahren? Und welchen Schutz bietet eigentlich das Grundgesetz?

Weitere Termine, Orte und Gäste der HTA-Ringvorlesung im Sommersemester 2026
23. April, 18 Uhr: Freiheit und Verantwortung – Werkstattgespräch mit Jette Steckel und Ulrich Rasche, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst

25. Juni, 18 Uhr: Freiheit und Recht – Werkstattgespräch mit Günter Frankenberg und Matthias Pees, Haus am Dom

Leitung der HTA-Ringvorlesung im Sommersemester 2026: Prof. Marion Tiedtke