The Bug is on Fire

Albert Garcia

© Michael Li
@ Ken / Showing Production
@ Zoe / Showing Production
© Goethe-Institut Philippinen
Foto eines Waldbodens mit Pfütze. In der Mitte sind leuchtende pflanzenartige Wesen und ein runder Sender mit Antenne.
© Michael Li
@ Zoe / Showing Production

The Bug is on Fire

Albert Garcia

Glühwürmchen flackern im Dunkeln – winzige Lichtzeichen, die in der Nacht erscheinen und plötzlich wieder verschwinden. Ihr Leuchten ist eine leise Rebellion, ein stiller Akt des Widerstands in Landschaften, in denen sie oft vergessen oder bedroht werden. Das Schicksal dieser Insekten erinnert an das von Menschen, die im Verborgenen leben. Viele Migrant*innen ohne gesicherten Aufenthaltsstaus halten Städte weltweit am Laufen, während ihre Geschichten mit jeder Welle städtischer Entwicklung verschwinden.

Durch Performance, Video und Erzählung verbindet Albert Garcia in seinem neuen Stück Menschen und Glühwürmchen. Selbst als Kind philippinischer Arbeitsmigrant*innen in Macao geboren, hat ihn das Leben über Hongkong nach Taipeh verschlagen. Voller Empathie und analytischer Schärfe folgt er dem Leuchten der Glühwürmchen durch die Hintergassen von Macao, die verborgenen Gärten von Hongkong, die sich wandelnden Landschaften Taiwans bis an die Flussufer der Philippinen. Dabei erzählt er von den vielschichtigen Überlebensstrategien illegaler Einwander*innen in den Metropolen Ostasiens und lädt ein, genauer hinzusehen – auf das Zarte, das Gefährdete in unserer globalisierten Welt und auf die stille Kraft, zu leuchten und zu überleben.

Infos
  • Dauer: circa 60 Minuten
  • Lautsprache: Englisch
  • Mousonturm-Koproduktion
  • Uraufführung
  • Im Rahmen von Telling the Untold
  • „Journal. Notes from a Work in Progress“ Download (PDF)
  • DIe Karaoke-Party am 27.06. nach der SHow fällt wegen Hitze aus
Barrierefreiheit

Barrierefreiheit des Spielorts

Der Veranstaltungsort ist mit Rollstuhl zugänglich. Es ist ggfls. ein Aufzug vorhanden.
Eine Barrierefreie Haltestelle befindet sich in der Nähe des Veranstaltungsorts.
Behindertenparkplätze in der Nähe des Veranstaltungsortes vorhanden.
Es gibt eine taktiles Leitsystem für Blinde Gäste
Der Veranstaltungsort verfügt über eine barrierefreie Toilette.
An diesem Spielort sind Assistenzhunde willkommen!
Beteiligte und Förderer

Konzept, Performance, Text: Albert Garcia-
Dramaturgie, Ko-Initiator: Michael Li
Video: Lao Keng-U
Recherche: Emilie Choi
Musik, Sound: Toben Piel
Choreografische Assistenz: Chiu Yuhuai
Danke an: Sasa Cabalquinto

Eine Koproduktion von Künstler*innenhaus Mousonturm, gefördert im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und im Rahmen des Jubiläumsprogramms „100 Jahre Mousonturm“ durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main. Unterstützt von #DANCELESS complex 2026 Unlock Dancing Plaza, Performance Ecologies des Goethe-Instituts Manila und durch das Residenzprogramms von PACT Zollverein Essen, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Hinweise zu sensorischen Reizen
  • blinkende Lichter
Biografien

Albert Garcia ist ein multidisziplinärer Künstler mit aktuellem Lebensmittelpunkt in Taipeh. Er wurde als Kind philippinischer Arbeitsmigrant*innen in Macao geboren und wuchs dort auf. Als Einwanderer und Performancekünstler nutzt er den Körper und diverse Medien, um hybride Identität und Überleben zu erforschen. Seine Arbeiten drehen sich um Themen wie Staatsbürgerschaft, Arbeit und Widerstandsfähigkeit in einer sich ständig verändernden Welt. Garcia studierte Medienwissenschaften (BA, 2012) in Macao und anschließend Tanzperformance (MFA, 2017) in Taipeh. Seine Praxis ist geprägt von Bewegung, Storytelling und einer tiefen Neugierde für die Schnittstellen zwischen persönlicher und kollektiver Geschichte.  

Lao Keng-U ist Filmemacher und Künstler. Er absolvierte ein Bachelorstudium im Fach Filmregie an der Arts University Bournemouth. Derzeit studiert er im internationalen Masterprogramm DocNomadsPlus für Dokumentarfilm in Portugal, Litauen und Belgien. In seiner Arbeit untersucht Lao anhand unterschiedlicher Formen des bewegten Bildes die Performativität theatraler Magie als erweiterte Metapher dafür, wie Wahrnehmungen und Vorstellungen von Realität erzeugt und manipuliert werden. Seine Filme wurden auf internationalen Festivals gezeigt, darunter beim Athens International Film and Video Festival, dem Kurzfilm Festival Hamburg, dem São Paulo International Short Film Festival, dem Aesthetica Short Film Festival und dem Onion City Experimental Film Festival. 2025 wurde sein experimenteller Kurzfilm Dirty Eye beim 39. Image Forum Festival in Japan mit dem Award for Excellence ausgezeichnet. Neben seiner künstlerischen Arbeit engagiert sich Lao für die lokale Filmkultur. Als Kurator der Associação Audio-Visual CUT initiierte er unter anderem die Reihe Macao Experimental Cinema sowie das CUT! Experimental Film Festival, die dem experimentellen Filmschaffen in Macau gewidmet sind.

Choi Sin-yi (Emilie) ist Wissenschaftlerin und Filmkuratorin mit Sitz in Hongkong. Derzeit promoviert sie an der School of Creative Media der City University of Hong Kong. Ihre Forschung bewegt sich an den Schnittstellen von Medien, Umwelt, Technologie und Infrastruktur; weitere Schwerpunkte sind der asiatische Dokumentarfilm und das experimentelle Kino. Ihre Texte erschienen unter anderem in den Fachzeitschriften Modernism/modernity und Film Quarterly. Darüber hinaus präsentierte sie ihre Forschung unter anderem im EYE Filmmuseum (Niederlande) und bei der transmediale (Deutschland). Choi wirkte an Publikationen wie Still Jumping: Mediated Performance and Moving Image Across Asia and the Global Stage, 2004–2024 (2026) und Cinema After Cinema (2024) mit. Zudem kuratierte sie zahlreiche Film- und Bildkunstprogramme, darunter Jumping Frames – Hong Kong International Movement-image Festival, das Hong Kong Retrospective Documentary Film Festival: From the 80s to 1997 sowie Macao Experimental Cinema. Sie ist außerdem Vorstandsmitglied von Videotage und Unlock Dancing Plaza.www.emiliesy.com

Li Hon Ting (Michael)ist freier Produzent und Dramaturg. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Produktion und Entwicklung zeitgenössischer Tanz- und Theaterprojekte. Darüber hinaus konzipiert und kuratiert er verschiedene Formate der künstlerischen Forschung und Entwicklung – darunter Artist Residencies, Work-in-Progress-Präsentationen, Austauschprogramme und Koproduktionen –, um alternative Räume für künstlerische Produktion jenseits etablierter Produktionsstrukturen zu erschließen. Seit 2022 arbeitet Li außerdem als Dramaturg an zahlreichen künstlerischen Projekten. Zu seinen Kooperationen zählen The Survival Guide: Between a Dog, a Wolf and a Tardigrade sowie The Bug is on Fire von Albert Garcia (Macau/Philippinen), My Body is a Battle Field and These are My Armors von Chu Chin Ching, Evolving Grip: Pole Dance and Zebra Mussel von Cheung Wai Yin sowie In Somebody’s Shoes von Cheung Lee Hung. Derzeit ist Li Vorstandsmitglied von Unlock Dancing Plaza, Gutachter für den Hong Kong Arts Development Council sowie Mitglied des Arts Form Panel (Dance and Multidisciplinary Arts) des Leisure and Cultural Services Department.

Toben Piel, geboren 1980, arbeitet als Musiker und Performer und lebt in Frankfurt am Main. Ursprünglich ausgebildet als Altenpfleger, produziert der Autodidakt Geräusche für Tanz- und Theaterstücke, Hörspiele und eigene Formate. Sein Interesse an musikalischen Experimenten, kollaborativen Formen und elektronischer Klangerzeugung bildet dabei die Grundlage des interdisziplinären Ansatzes. Zusammen mit Charlotte Simon formt er das Musik-Performance-Duo ‹Les Trucs›. Mit seinem Solo-Projekt ‹Das Kinn› erkundet die Schnittstelle von New Age und Post-Punk, Schluckauf und Gesang. Darüber hinaus kollaboriert Piel mit Regisseur:innen, Choreograph:innen und Autor:innen wie Meg Stuart, Schorsch Kamerun, Hendrik Quast, Nis-Momme Stockmann und Jetse Batelaan. Seit mehreren Jahren ist er auch als Kurator und Veranstalter musikalischer Formate in der Rhein-Main Region tätig.