Scènes de vie (Szenen des Lebens)

Danya Hammoud in Zusammenarbeit mit David Oppetit

Foto: Eine Waldlichtung mit Farnen. Links umarmen sich zwei Personen, rechts sitzt eine Gruppe von drei Personen auf einer Decke im Gespräch. Die Personen sind als kontrastreiche, invertierte Silhouetten dargestellt und heben sich von der natürlichen Umgebung ab.
© L’Heure en commun. Visual by Nancy Naseraldeen
Danya Hammoud mit langen, lockigen Haaren sitzt im Profil auf einem Stuhl und blickt konzentriert nach links. Der Hintergrund mit Säulen und Außenbereich ist unscharf, wodurch der Fokus auf dem Gesichtsausdruck und der ruhigen Haltung liegt.
© David Oppetit

Danya Hammoud

Scènes de vie (Szenen des Lebens)

Danya Hammoud in Zusammenarbeit mit David Oppetit

Menschen unterschiedlicher Generationen aus Frankfurt begegnen sich auf dem Bockenheimer Campus in einer Choreografie aus alltäglichen Gesten des Miteinanders. Das Publikum wird Zeug*in einer Welt, in der Zärtlichkeit und Katastrophe, Sorglosigkeit und Gefahr nebeneinander bestehen. Was sichtbar ist, ist nicht das, was hörbar ist, und doch entsteht eine fragile Wechselbeziehung, eine Bezugnahme, eine mögliche Erzählung.

Die Choreografin und Tänzerin richtet den Blick auf die Wahrnehmung von Gewalt, die in den Details sichtbar wird: latent, unterschwellig, fast unsichtbar, versteckt in einfachsten Gesten und scheinbar harmlosen Situationen. Begleitet von ihrem Kollaborateur, dem Soundkünstler David Oppetit, erforschen sie, was es bedeuten würde, eine Geschichte der Gewalt durch Gesten und Klänge zu erzählen. Eine beunruhigende Partitur entsteht, die mit den Brüchen und Dissonanzen zwischen Bild und Ton spielt. Dabei wird das Alltägliche einschneidend unterbrochen, und das Vertraute erscheint plötzlich gar nicht mehr so vertraut.

„Scènes de vie“ wird zur einfühlsamen Geste, um sichtbar zu machen, was fehlt, und die Erzählung dort entstehen zu lassen, wo man sie nicht erwartet. Eine akustische Geschichte der Gewalt, betrachtet durch das Prisma alltäglicher Gesten.

Infos
  • Dauer: circa 45 Minuten
  • Keine Sprachkenntnisse erforderlich
  • Uraufführung der Frankfurter Version
Beteiligte und Förderer

Danya Hammoud: Künstlerische Leitung, Choreografie, Dramaturgie
David Oppetit: Klangforschung, Sounddesign, Komposition
Anne Rossignol (in’8 circle • Produktionshaus): Produktionsleitung
Yasmine Youcef begleitete die Kreationsresidenzen 2025.

Performer*innen: 7 Teilnehmende aus Frankfurt, Namen folgen

Dank an alle bisherigen Teilnehmenden:
Dimitri Fekas, Monique Scheigam, Nouchkim Duverne Mecker, Thibault und Kalypso de la Jauderai, Lou Beliveau, Conchita Paz, Florian Onnéin, Charly Totterwitz, Lorie-Joy Ramanaïdou, Sandra Moulin, Mireille Majourel, Claudine Derisbourg, Stéphane de Stel, Josette Desjobert, Marie-Lou und Thibault Déjean, Myrtille Outerick, Anouk Vinel Parisot, Christiane Cotonat, Marlon Bisbicuth, Marie-Louise Coriat, Guillaume Diego, Claire und Olivia Lafferayrie, Awa-Camille Wade, Tom Joncourt Pigeyre, Serena Dos Santos, Aurore Fosset, Benoît Latcher, Maurice Berthon, Mireille Majourel, Thomas Moroni, Delphine Le Merre, Fadimata Sissoko, Lena El Soueidi, Frédéric Robert, Florence Martel, Tamara Mila Vigo, Marine Chrétien, Amanda Sherpa-Atlan, Yvon Drop, Joël Reversat, Cécilia Madonni, Livio Dorvilma, Flaz Torres, Annabelle Bouzom, Lucile Villanueva

Produktion: L’Heure en commun 
Koproduktion: La Maison Danse CDCN Uzès Gard Occitanie (30), Place de la danse – CDCN Toulouse Occitanie (31), ICI CCN de Montpellier – Occitanie Pyrénées-Méditerranée (34), L’Atelline – national anerkannte Bühne für Kunst und Kreation, Juvignac (34) (im Rahmen der Biennale der darstellenden Künste im Mittelmeerraum), Atelier de Paris CDCN (75)
Residenzen: Festival SITU – Groupe O, Saint-Laurent-le-Minier (34), Théâtre des 13 vents – CDN Montpellier (Studio Libre), Arts Fabrik – Combaillaux (34), Les Bazis – Sainte-Croix-Volvestre (09) (in Partnerschaft mit La Place de la Danse – CDCN Toulouse / Occitanie, Programm Danses en Territoires), Le Ring – Neuf Neuf (Compagnie Samuel Mathieu), Toulouse (31)
Studioförderung: Les Rencontres à l’échelle (Marseille), Accrorap (Marseille), AMI – Aide aux Musiques Innovatrices (Marseille)
Förderung: DRAC Occitanie, Region Occitanie, Réseau Danse Occitanie (Forschungsförderung), PIPD – Internationales Produktions- und Distributionszentrum für Kunst im öffentlichen Raum

„How to make a life“, ein Festival des Künstler*innenhaus Mousonturm im Rahmen von WDC 2026, wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, gefördert von dem Beauftragten für Kultur und Medien sowie gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, die Aventis Foundation im Rahmen der Vertrauensförderung und durch das Goethe-Institut Peking.

WDC 2026 wird gefördert durch das Land Hessen, die Stadt Frankfurt am Main und den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Biografien

Danya Hammoud (geb. 1981, Beirut) ist eine libanesische Choreografin und Tänzerin und lebt seit 2019 in Marseille. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Bewegung der Körper, die sie durch Tanz, Choreografie, Schreiben, Klang und bewegtes Bild erforscht. Ihr Schaffen ist von der Frage nach Gewalt und ihrer Wahrnehmung geprägt, insbesondere im Kontext politischer, wirtschaftlicher und sozialer Realitäten, die unser Leben bestimmen. Ihre Arbeiten wurden an zahlreichen Spielstätten und Festivals im Libanon, in Ägypten, Marokko, Südafrika sowie in ganz Europa gezeigt. Seit 2024 ist sie Ko-Kuratorin von Dérive Casablancaise, einer multidisziplinären Veranstaltungsreihe, die alle zwei Jahre in Casablanca (Marokko) stattfindet.

David Oppetit ist Klangingenieur, Komponist und Soundkünstler. Er wurde an der Kunsthochschule (Beaux-Arts) in Aix-en-Provence, am Konservatorium für elektroakustische Musik in Marseille sowie am INA (Institut national de l’audiovisuel) ausgebildet. Seit den 2000er-Jahren entwickelt er eine internationale Tätigkeit, die Komposition, Ausstellungen, Live-Performances sowie Soundarbeiten für Film und Dokumentarfilm umfasst. Seine Reisen – von Westafrika über Brasilien, den Libanon und China bis nach Südostasien – haben eine Praxis geprägt, die gleichermaßen in der Wirklichkeit verankert ist wie in der experimentellen Forschung. Als Gründer der ehemaligen Galerie Tapis Vert in Marseille widmet er sich heute vor allem Klangkreationen für Tanz, Field Recordings und Audio-Dokumentationen und gibt sein Wissen in Lehrtätigkeiten und Workshops weiter. Seine Arbeiten erscheinen bei zahlreichen Labels für Klangkunst.