Research on fascism distinguishes between a movement phase, in which fascists are not (yet) in power, and the domination phase. The movement phase is of particular interest to social psychology, as fascists are still unable to resort to mechanisms of domination and oppression to spread their ideology. They must rely on psychological mechanisms that make fascism appear attractive in order to establish a social base. Fascist ideology and its promises tap into unconscious, regressive desires and fantasies of e.g. purity, destruction, domination, which society tends to gravitate toward to a greater extent in times of crisis. An understanding of the unconscious and its interaction with authoritarianism and fascism, as attempted by analytical social psychology, can help to combat fascist processes in a targeted manner.
Infos
- Language: German
- Duration: 120 minutes
- Fiona Kalkstein (Else Frenkel-Brunswik Institute, Leipzig) in conversation with Anna Rosa Ostern (Institute for Social Research, Frankfurt)
zur Reihe: Wie es kommen musste
Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus
Gegenwärtig wird sichtbar, was sich schon lange abzeichnete: Politische Kräfte, die neoliberale Politiken mit autoritären Anrufungen verknüpfen, rücken zunehmend zusammen und bilden Allianzen. Die Veranstaltungsreihe »Aspekte des neuen Autoritarismus« nimmt diese Konvergenz in den Blick, die nicht nur soziale Ungleichheiten vertieft, sondern auch demokratische Strukturen zunehmend untergräbt und für viele Menschen eine unmittelbare Bedrohung bedeutet.
Während der Neoliberalismus eine Gesellschaft des Wettbewerbs und der Entsicherung schafft, proklamiert der Autoritarismus einfache Feindbilder und rigide Ordnungen. Gemeinsam erzeugen sie ein gesellschaftliches Klima, das demokratische Prinzipien wie Menschenwürde und Grundrechte zunehmend unter Druck setzt. Die autoritär-neoliberale Allianz ist freilich kein Zufall, sie ist Ausdruck struktureller Dynamiken des Gegenwartskapitalismus. Analytisch wie historisch lässt sich zeigen, dass autoritäre Ordnungsvorstellungen bereits im Kern neoliberaler Ideologie verankert sind.
Die vom Institut für Sozialforschung und Künstler*innenhaus Mousonturm organisierte Veranstaltungsreihe beleuchtet die aktuelle Konjunktur dieser Allianz in Deutschland und der Welt, legt Mechanismen autoritär-neoliberaler Politik und deren gesellschaftlichen Konsequenzen offen und fragt danach, welche Gegenbewegungen zum neuen Autoritarismus sichtbar und denkbar sind.
Alle Termine der Reihe:
- 9. Oktober 2025: Volker Weiß (Villigster Forschungsforum, Hamburg) im Gespräch mit Paul Erxleben (Institut für Sozialforschung, Frankfurt)
- 26. November 2025: Micaela Cuesta (Universidad Nacional de San Martín, Buenos Aires) im Gespräch mit Alexander Kern (Institut für Sozialforschung, Frankfurt)
- 17. Dezember 2025: Morten Paul (Kulturwissenschaftliches Institut Essen) im Gespräch mit Ricarda Biemüller (Institut für Sozialforschung, Frankfurt)
- 28. Januar 2026: Carolin Amlinger (Universität Basel) im Gespräch mit Georg Marx (Institut für Sozialforschung, Frankfurt)
- 11. Februar 2026: Fiona Kalkstein (Else-Frenkel-Bunswik-Institut, Leipzig) im Gespräch mit Anna Rosa Ostern (Institut für Sozialforschung, Frankfurt)