The Choir of Melancholic Men is back – and pondering an aging society as well as deeply entrenched family roles. Together with musicians Jakob Boyny and Vincent Eissing Boyny, they explores intimacy, responsibility, and the possibility of a future based on solidarity.
Infos
- Duration: approx. 90 min.
- Language: German and English
- World premiere
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Sign language interpreters (DGS) will be used for all performances. The performances will be interpreted into German Sign Language (DGS).
Sponsors and Supporters
With: Max Böttcher, Jakob Boyny, Vincent Eissing-Boyny, Juan Benito Corres, Constantin Cosmo Keller, Isaak Kudaschov, Alexander Moog, Martin Nachbar.
Artistic direction: Nora Frizzi Auerbach and Gil Hoz-Klemme
Stage design: Lina Jebram
Costumes: Merve König
Sound design: Hanna Launikovich
Outside eye: Ivana Mitrić
Assistant director: Aurelie Feucht
Sign language interpreters: Florian Hallex, Massimo Salerno
Dresser: Jule Räsch
Mentors: Azadeh Ganjeh, Monika Gysel
Photography: Nora Frizzi Auerbach
Poster: Mathias Eugen Engen
In cooperation with the Hessian Theater Academy.
Sponsors: Hessian Theater Academy, Cultural Promotion of the City of Frankfurt am Main, Friends of the HfG e.V., Project Promotion of the HfG Stage/Scenic Space Department, Freiräume Förderfonds, AStA HfMDK, Society of Friends and Sponsors of the HfMDK.
Biografien
Gil Hoz-Klemme studierte (nach einem Bundesfreiwilligendienst im Stadttheater Minden in der Theaterpädagogik) „Szenische Künste“ in Hildesheim, um dann 2019 in BA Regie an der HfMDK Frankfurt zu wechseln. Hier realisierte Gil neben den Studienprojekten auch interdisziplinäre Arbeiten ("Works on our Druck selfes“ und „Menancholia“). Das Studienprojekt „Gustaf Gründgens / Shame! Shame! Shame!“ wurde zum Symposium der International Brecht Society 2022 in Tel Aviv eingeladen und war auf der shortlist des Körber Studios Junge Regie 2023.
Nora Frizzi Auerbach ist Dramaturgin und entwickelt seit ihrem Studium in Vergleichender Dramaturgie und Performanceforschung außerdem eigene Theaterarbeiten in Frankfurt und Oslo. Sie arbeitet zu feministischer und kritischer Theorie, Erinnerungspraktiken und der Schnittstelle von Tanz und Theater.
"Angst / Fressen / Männerherzen" ist die dritte Zusammenarbeit von Nora Frizzi Auerbach und Gil Hoz-Klemme.
Jakob Boyny studiert Violoncello sowie Schulmusik und Deutsch an der HfMDK und der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Als Bühnenmusiker und Performer ist er im Spektrum Musiktheater aktiv, u. a. im Produktionshaus NAXOS Frankfurt und am Staatstheater Darmstadt. Er war Teil kollektiver Stückentwicklungen und unterstützte als Regieassistent Musiktheaterproduktionen an der DOR Düsseldorf, im Produktionshaus NAXOS und auf Kampnagel in Hamburg.
Lina Jebram, geboren 2002, studiert seit 2022 Bühnenbild/Szenischer Raum an der HfG Offenbach bei Prof. Heike Schuppelius.
Merve Josefine König, geboren 2004, studiert seit 2023 Modedesign an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main bei Professorin Heike Selmer.
Hanna Launikovichaka gutelauni ist belarussische Theatermacherin, Soundkünstlerin und DJ_ane, lebt in Frankfurt und studiert MA Choreografie und Performance. In ihrer Arbeit erforscht sie transgenerationale Traumata, Nostalgie und Dekolonisierung des postsowjetischen Raums durch Klang, Performance Scores und experimentelle elektronische Musik.
Der Chor der melancholischen Männer ist ein loser Zusammenschluss, eine Gruppe, die sich auf unsere Einladung für diese Performance zusammengefunden hat. Jedes Mitglied bringt sein Wissen und Perspektiven ein. Zu seinen Mitgliedern zählen Max Böttcher, Jakob Boyny, Vincent Eissing-Boyny, Juan Benito Corres, Constantin Cosmo Keller, Isaak Kudaschov, Alexander Moog und Martin Nachbar.
Hinweise zu sensorischen Reizen
- Nebel
- laute Musik
- teilweise Dunkelheit
4 Fragen ans künstlerische Team
„Angst / Fressen / Männerherzen“ wird als Fortsetzung zu „Menancholia“, das ihr 2023 im LAB gezeigt habt, angekündigt. An welchem Punkt knüpft ihr an „Menancholia“ an?
Nora: Nach der Auseinandersetzung mit der Unverfügbarkeit der eigenen Gefühlswelt einer Gruppe von männlichen Performern in ihren 20ern wollten wir einen Schritt weitergehen: Wie können unterschiedliche Generationen miteinander in einen Austausch treten, der Möglichkeiten für Zuneigung und körperliche Nähe eröffnet und dabei weiterhin darauf besteht, die eigene geschlechtliche Sozialisation zu reflektieren?
Gil: Als künstlerische Strategie bedienen wir uns auch wieder des Chors der melancholischen Männer. Dieser Chor ist allerdings nicht ein geeinter Körper, sondern ein vielstimmiges, für die Zeit der Aufführung bestehendes Kollektiv, das sich danach aber auch wieder auflöst, also nicht ein Leben über die Performance hinausführt.
Euer Cast besteht aus männlich gelesenen Performern verschiedener Generationen, welchen Einfluss auf eure Arbeit hatte diese Intergenerationalität?
Nora: Für uns war zunächst wichtig, dass wir einen Raum im Prozess öffnen wollten, den wir selbst nur selten erfahren und dabei voneinander lernen können.
Gil: Dabei haben uns sowohl familiäre Konstellationen interessiert als auch Schüler-Lehrer-Verhältnisse.
Wenn man sich die in der Gesellschaft vorhandenen Männerbilder anschaut, findet Angst eher wenig Platz, ihr nehmt sie aber explizit in den Titel auf, wie fiel diese Entscheidung?
Gil: Ich denke, dass wir gerade in vorhandenen Männerbildern sehr viel Angst sehen können – oder zumindest Transformationen von ihr. Gerade bei aggressiven oder klassisch „maskulinen“ Archetypen erkenne ich vor allem eine große Angst vor z.B. Kontrollverlust. Die Reaktion auf diese Angst wäre dann entsprechend eine vor allem Kontrolle ausstrahlende Gebärde.
Nora: Angst ist für mich aktuell sehr präsent: Von Abstiegsängsten über die Angst, bereits erkämpfte Rechte wieder zu verlieren oder allein gelassen zu werden. Männlichkeitsbilder sind für mich besonders spannend im Hinblick darauf, wie man(n) mit solchen Ängsten umgeht, ob sie zwangsläufig zu einer Vereinzelung führen oder auch den Wunsch nach Auseinandersetzung und Konfrontation auslösen können.
Musik spielt eine große Rolle in der Performance. Wie kam es dazu?
Nora: Das ergab sich bereits aus der Konstellation, dass Vincent Eissing-Boyny und Jakob Boyny beide Musiker sind. Uns hat interessiert, welche andere Form der Kommunikation in einer so aufgeladenen Vater-Sohn-Beziehung über das gemeinsame Musizieren möglich ist.
Gil: Aber auch die spezifische Zusammensetzung dieses Chors macht es für uns zwingend notwendig, unterschiedliche Ausdrucksformen von Beziehungsweisen auf der Bühne zu erforschen. Und ehrlich gesagt findet gar nicht soooo viel Musik statt.