Apokalyptische Bilder prägen soziale Medien, Popkultur und politische Debatten. In den Feeds zirkulieren KI-generierte Endzeitlandschaften und Memes, die den Klimakollaps oder den gesellschaftlichen Zerfall inszenieren. Auch die politische Rhetorik greift zunehmend auf Untergangsbilder zurück, wenn beispielsweise vom beginnenden „Zerfall des Westens” die Rede ist. Die Angst vor dem Zusammenbruch ist allgegenwärtig und zugleich übt die Vorstellung eines radikalen Endes eine seltsame Faszination aus: Es verspricht Reinigung, Neubeginn, Sinn. Vielerorts wird versucht, sich diesem Phänomen mit Begriffen wie „apokalyptischer Populismus” oder „Zerstörungslust” zu nähern. Die Leipziger Autoritarismus-Studien 2024 beschreiben es als eine „Schutzsuche beim Schrecklichen“: Krisen werden nicht nur gefürchtet, sondern gerade ihrer Intensität wegen herbeigesehnt.
Unsere Referent*innen nähern sich dieser Thematik aus historischer, gesellschaftstheoretischer und psychoanalytischer Perspektive. Gemeinsam wollen wir diskutieren: Warum üben apokalyptische Bilder und Deutungen diese Anziehungskraft aus? Wie verbinden sich dabei Angst, Unsicherheit und ein Verlangen nach Stärke? Welche Brücken-Ideologien ermöglichen es, unterschiedliche politische Milieus zu vereinen? Handelt es sich um eine historische Neuheit oder schon Bekanntes in verwandelter Form?
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Gast: Tom D. Uhlig (Sozialpsychologe und Erziehungswissenschaftler)
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Moderation: Anna Rosa Ostern (Soziologin)
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Input: Dr. Philipp Rhein (Politikwissenschafter und Soziologe)
Infos
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Dauer: ca. 90 Minuten
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Sprache: Deutsch
Eine Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen.
Biografien
Tom D. Uhlig nach einem Studium der Psychologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main promovierte er an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zum Thema „Antisemitismuskritik im Handgemenge. Beiträge zur politischen Bildung“. Uhlig war als Bildungsreferent in der Bildungsstätte Anne Frank und als politischer Referent für die Bürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main tätig. Seit Dezember 2025 hat er die Vertretungsprofessur für Demokratieförderung und Methoden am Fachbereich Sozialwesen der Hochschule RheinMain inne.