Ensemble Patricia Kopatchinskajas

Dies Irae

Saal

Performance/Konzert

„Die Kunst ist immer ein Kind ihrer Zeit.“ Weil der Zeitbezug von Musik und Kunst Patricia  Kopatchinskajas feste Überzeugung ist, sind ihre Fragen nur konsequent: „Was ist mit uns? Was hat die Kunst zu unserer Zeit zu sagen?“ Sie ist eine Künstlerin, die stets hinterfragt und sich mit einfachen Antworten nicht zufrieden gibt. Als eines der aktuell drängendsten Themen der Menschheit erkennt sie die drohende Klimakatastrophe und fragt: „Wie kann ein Musiker seine Betroffenheit darüber ausdrücken?“ Kopatchinskaja tut es mit dem Programm „Dies irae“, das sie gemeinsam mit Musikerkolleg*innen im Rahmen des Musikfests „The Unanswered Question“ vorstellt. Musikwerke aus ganz unterschiedlichen Epochen hat sie zusammengestellt und lässt sie in einem inszenierten Konzert miteinander interagieren. Klänge, die den Zustand der Erde symbolisieren, treffen auf Musik über den Schrecken von Kriegen oder das Leiden Christi. Alles gipfelt in der mittelalterlichen Dies-irae-Sequenz, mit der sich unweigerlich die Frage nach den letzten Dingen verknüpft. Im Rahmen des Musikfests „The Unanswered Question“ hat die beeindruckende Klangcollage aber nicht nur ihren Platz, weil sie Fragen aufwirft, auf die es keine Antwort gibt. Auch der Klangsprache von Charles Ives nähert sich der Abend in zentralen Momenten – so etwa wenn George Crumb, in seinem Werk „Black Angels“ ein schonungsloses Kriegsbild zeichnet und wie Ives auf Zitat- und Collagetechnik setzt.

Gespräch im Anschluss