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Núria Güell: Radical Empathy
Dialogues from Practice

Meine künstlerische Praxis findet sehr oft in der Beziehung zu anderen statt. Und da meine Praxis öffentlich ist, bedeutet das, dass ich diese anderen Subjekte – wie auch meine Beziehung zu ihnen – sichtbar mache und sie dem prüfenden Blick der Öffentlichkeit aussetze. Das wiederum zwingt mich, eine Position einzunehmen, für die ich öffentlich zur Verantwortung gezogen werden kann, und aus diesen und anderen Gründen versuche ich immer, dass dabei eine Beziehung unter Gleichen entsteht. Doch was heißt das? Nehme ich in die Identität des/der anderen an? Identifiziere ich mich mit dem/der anderen? Nein, denn würde ich das tun, wäre ich eine Betrügerin. Der einzige Weg, ein gewisses Maß an Gleichberechtigung zu erreichen, ist das Mittel der Disidentifikation, indem ich mich selbst all der Identitäten entledige, die mich ausmachen, und anderen von ihren jeweiligen Zuschreibungen ablöse. Wenn es so etwas wie radikale Empathie gibt, so glaube ich, kann sie nur in ihrer eigenen Abwesenheit zutage treten. Diese Ideen werde ich in meiner Präsentation anhand einiger Beispiele aus meiner Praxis weiter ausführen, in denen Empathie, wenn sie in Erscheinung tritt, dies mithilfe von ihrer Veräußerung tut.

Sophie Mendelsohn: About the Ambiguities of Empathy. A Psychoanalytical Perspective
Dialogues from Practice

Empathie gehört nicht zu den Konzepten der Psychoanalyse. Es scheint jedoch naheliegend, sie als solches zu mobilisieren, um den Raum der Übertragung zu öffnen, der die Stimme der Patient:innen aufnimmt und ihr erlaubt, sich zu entfalten. Aber wenn dies tatsächlich notwendig ist, als eine Form, den Wert der adressierten Worte anzuerkennen, findet hier doch ein Widerstand Ausdruck, der mit der Anerkennung der politischen Dimension der singulärer Worte zusammenhängt. In meinem Vortrag werde ich mich mit zwei Situationen beschäftigen, an denen sich die Auswirkungen dieser Dynamik, und ihr Einfluss auf Körper, die in einen Prozess des Verwundbar-Werdens übergeben werden, beobachten lassen, und die uns einen Einblick in die Sackgassen geben, in die Empathie führen kann, wenn sie nicht in einem komplexen Prozess, der Identifikation und Disidentifikation miteinander verbindet, eingeschrieben ist.

 

Sprache: Englisch

Das Tagesticket gilt für alle Veranstaltungen im Rahmen von „Bodies, un-protected“ am Gültigkeitstag, inklusive der Vorstellung Manila Zoo am 12.11. im Rahmen des Tanzfestivals Rhein-Main im Gallus Theater.

Einlass nur mit gültigem Negativnachweis (Getestet, Geimpft oder Genesen). Gemäß Coronavirus-Schutzverordnung: Bei Testnachweis muss das negative Ergebnis eines PCR-Tests vorgelegt werden und die Testung darf nicht länger als 48 Stunden zurückliegen. Die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln sind einzuhalten. Teilbelegung im Veranstaltungsraum. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist überall, auch am Sitzplatz, verpflichtend. Mehr Infos zu Hygiene und Sicherheit