She She Pop

(Berlin)

FRÜHLINGSOPFER aufgeführt von She She Pop und ihren Müttern

Saal

25YMT/Performance/Theater

Kaum hat sich der Rauch der spektakulären 100 Jahr-Feierlichkeiten zu Igor Strawinskis Le Sacre du Printemps verzogen, kommen She She Pop und stochern in der Glut. Gemeinsam mit den eigenen Müttern bringen die Performerinnen das Frühlingsopfer zur Aufführung. Im Mittelpunkt steht dabei die verschwiegen abgründige Frage nach dem weiblichen Opfer in der Familie und der Gesellschaft. Sich als Frau für andere aufzuopfern gilt längst als traurige Spitzenleistung eines peinlich veralteten Normenkatalogs. Die überragende Bedeutung von Selbstermächtigung und persönlicher Freiheit hat alle Akte des Verzichts und der Hingabe in ein obskures Licht verrückt. Das archaische Frühlingsopfer dagegen steht für die Gewissheit, dass jede Gemeinschaft Opfer fordert, ja sogar erst um das gemeinsame Opfer herum entsteht und bestätigt wird. In der Überlagerung dieser beiden Sphären entfaltet She She Pop ein Thema, das stumm zwischen den Generationen steht und in den eigenen Biographien ohne Ende Widerstände und Widersprüche erzeugt. Die Begegnung von She She Pop, ihren Müttern und dem Publikum wird daher in aller Feierlichkeit inszeniert. Doch im Gegensatz zu der Gemeinschaft, die sich bei Strawinski für das Frühlingsopfer versammelt, besteht bei She She Pop und den Müttern keineswegs fraglose Einigkeit über das Vorgehen, im Gegenteil. Zweifel darüber, wer oder was als Opfergabe wem dargebracht werden soll, und welchen Sinn überhaupt ein Opfer haben könnte stehen von Anfang an im Raum. (Aber ebenso der Entschluss, es gemeinsam zu versuchen.)

Konzept: She She Pop * Von und mit Cornelia und Sebastian Bark, Heike und Johanna Freiburg, Fanni Halmburger, Lisa Lucassen, Mieke Matzke, Irene und Ilia Papatheodorou, Heidi und Berit Stumpf, Nina Tecklenburg * Video: Benjamin Krieg * Bühne: Sandra Fox * Kostüm: Lea Søvsø * Musikalische Mitarbeit: Damian Rebgetz * Choreografische Mitarbeit: Jill Emerson * Assistenz und dramaturgische Mitarbeit: Veronika Steininger * Lichtdesign und Technische Leitung: Sven Nichterlein * Ton: Florian Fischer * Grafik: Tobias Trost * Videoassistenz: Anna Zett * Hospitanz: Mariana Senne dos Santos * Produktion/PR: ehrliche arbeit- freies Kulturbüro * Company Management: Elke Weber * Eine Koproduktion von She She Pop mit dem Mousonturm Frankfurt, HAU Hebbel am Ufer, FFT Düsseldorf, Tanzhaus NRW, Kaserne Basel, brut Wien, Prager Theaterfestival deutscher Sprache, Archa Theater Prag, Kyoto Experiment 2014 und Théâtre de la Ville/Festival d’Automne à Paris * Residenz gefördert durch Kyoto Art Center, Kyoto Experiment und Goethe Institut * Gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten und den Hauptstadtkulturfonds Berlin * Gefördert durch NATIONALES PERFORMANCE NETZ (NPN) Koproduktionsförderung Theater aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags.

Am 27.4. findet im Anschluss ein Publikumsgespräch statt, das von Nikolaus Müller-Schöll moderiert wird.

Mousonturm-Koproduktion