Fraktus – Das Comeback der Techno-Legende! Der Mythos. Der Film. Und nun das Konzert. Fraktus (alias Studio Braun: Jacques Palminger, Rocko Schamoni und Heinz Strunk) sind das legendäre Elektro-Pop-Trio aus den Achtzigern, das Techno erfunden, seine Ästhetik und seine
Klangrevolte vorweggenommen haben soll. Von Szene-Kollegen hoch geschätzt, sind sie dennoch ein Mythos geblieben. Ein Musikproduzent spürt die drei auf, bewegt sie zu einer Wiedervereinigung und drehte eine Dokumentarfilm über sie: „Fraktus – Das letzte Kapitel der Musikgeschichte“.
Ein irrer Spaß, herrlich durchgeknallt und
selbstironisch, eine köstliche Satire. Jetzt geben die drei Musiker auch auf der Bühne ihr Comeback und Sie können den schrillen Zirkus in der Union Halle live erleben!

 

Vorgeschichte

1978 gründeten Bernd Wand, Dirk Eberhard („Dickie“) Schubert und Meinhard Gnom in ihrem Heimatort Brunsbüttel die Band Freakazzé. Am Anfang experimentierten Freakazzé mit Geräuschen, die von Bernd Wand auf einem Revox A77 aufgenommen und anschließend zusammen geschnitten wurden. Mit dieser Technik nahm Bernd Wand die Idee des Samplings mit einem einfachen Tonbandgerät vorweg. Später arbeiteten Freakazzé hauptsächlich mit den selbstgebauten Instrumenten von Wand. Es folgten erste Auftritte in Jugendzentren und Discotheken, bei denen Meinhard Gnom Schlagzeug spielte und Dickie Schubert die Musik mit eigentümlichen Lautmalereien ergänzte. Freakazzés erste Single Big Bell (B-Seite Mäusemusik) erschien Anfang 1979 in 500er-Auflage auf dem selbst gegründeten Label Klangsalat. Der Song besteht ausschließlich aus Hundegebell, welches die Melodie von Big Ben nachspielt.

 

Bandgründung

Im Frühjahr 1980 trafen Freakazzé den Produzenten Thorsten Bage beim Battle of the Bands in der Diskothek Bubble in Brunsbüttel. Bage hatte in den Jahren zuvor schon norddeutsche Bands wie Merle und Merle, u.a. produziert. Anfang Mai stieg Bage bei Frikazzé ein. Kurz darauf änderten Frikazzé ihren Namen in Fraktus. Nach internen Streitereien wurde der Schlagzeuger Meinhard Gnom durch eine von Bernd Wand selbst gebaute elektronische Rhythmuseinheit (Beater) ersetzt. Bei der Produktion ihrer ersten Platte war Gnom pro forma als Sound Engineer beteiligt und später hauptsächlich für den Live-Sound zuständig. Ab Anfang 83 wurde Gnom dann nochmals degradiert und agiert bis zur Auflösung der Band nur noch als Roadie.
 

Veröffentlichungen

Im Frühsommer 1980 begannen Fraktus mit der Produktion der LP 7353=057, die im August 1980 auf dem Hamburger Independentlabel ZickZack erschien. Hinter dem Titel verbirgt sich Fraktus´ Kritik am Drogenkonsum: auf den Kopf gestellt ergibt die Zahlenkombination die Gleichung LSD = ESEL. Die Platte ist noch sehr roh und einfach produziert. Die besondere Charakteristik von Fraktus ist in den schrägen Texten aber schon zu erkennen, allerdings wirken die Songs noch recht hölzern und sind nicht richtig tanzbar.

1982 folgte Tut Ench Amour, die als der Meilenstein in der Geschichte von Fraktus gilt. Die Band ist auf dieser Platte ihrer Zeit voraus. Die Songs dienen noch heute vielen Technoproduzenten als Inspiration. Hervorzuheben ist hier der Track Super-GAU, von dem sich Teile u. a. in Sonic Empire von Members of Mayday (Westbam).

Im Herbst 1982 wechselten Fraktus von ZickZack zum Majorlabel Ariola. Auf Anraten der Plattenfirma nahmen Fraktus den Song Affe sucht Liebe in einer populäreren Version neu auf. Affe sucht Liebe´83 war Fraktus´ Versuch, dem damaligen Trend der Neuen Deutschen Welle zu folgen. Die Single belegte im Januar 1983 für eine Woche Platz 21 der deutschen Musikcharts. Es folgte ein Auftritt bei Formel Eins. Vielen Musikkennern gilt dieser Song wegen seines markanten Drum-Breaks als Vorlage für den späteren Superhit Blue Monday der englischen Elektroband New Order.

Im Herbst 1983 veröffentlichten Fraktus dann die LP Automate, die den Endpunkt in der Bandgeschichte markiert. Während der Produktion wurden Konflikte innerhalb der Band offenbar, worauf die Plattenfirma externe Produzenten und Komponisten einsetzte. Die Platte wirkt überproduziert und glatt. Fraktus wurde von eingefleischten Fans und Kritikern vorgeworfen sich mit Automate an die Industrie verkauft zu haben.

 

Bandauflösung

Fraktus letzter Auftritt in der Turbine in Hamburg im November 1983 setzte dann den Schlusspunkt unter die kurze Karriere der Band. Während des Konzerts führte ein Kurzschluss an einem Theremin zu einem Feuer, das die Turbine bis auf die Grundmauern nieder brannte. Kurz darauf trennte sich die Band.
 

Solokarrieren

Thorsten Bage lebt seit 1983 auf Ibiza und hat sich dort als Produzent von Stimmungsmusik etabliert. Aktuell arbeitet er an einem neuen Album für Binjo alias Willi Herren mit der geplanten Singleauskopplung des Songs Geilianer.

Nach der Trennung von Fraktus machte Dickie Schubert einige Jahre als Solokünstler weiter. Später befasste sich Schubert ausführlich mit dem Internet und rief diverse, weltumspannende Projekte ins Leben. Dickie Schubert wohnt heute in Hamburg und führt ein Internetcafé im Hamburger Schanzenviertel.

Bernd Wand legte nach der Trennung von Fraktus eine künstlerische Pause ein. Er zog zurück zu seinen Eltern und fing eine Optikerlehre an. Ungeprüften Quellen zufolge soll Wand mittlerweile einen Optikerladen in Norddeutschland führen.

Meinhard Gnom führt ein Musikinstrumentegeschäft in Pinneberg.