(c) Kevin Penczak

Zwischenzeitlich musste selbst Amazon passen: Nick Drnasos „Sabrina“ war im englischsprachigen Raum schlichtweg nicht mehr zu bekommen. Kein Wunder, nachdem dieses „masterpiece“ (Zadie Smith) es als erste Graphic Novel überhaupt auf die Longlist des prestigeträchtigen Man Booker Prize geschafft hatte. Die Geschichte, die Nick Drnaso in ruhigen, einfach gehaltenen Bildern vor Augen stellt, ist verstörend. Seine Titelfigur verschwindet. Kurz darauf macht ein Video die Runde: Sabrina wurde augenscheinlich brutal gefoltert und ermordet. Doch in dem gesellschaftlichen Klima, das in den USA mit 9/11 Einzug gehalten hat, schießen Verschwörungstheorien wie giftige Pilze aus dem Boden. Die Echtheit des Verbrechens wird bezweifelt, ein Cocktail aus Paranoia und Fake News – mit gravierenden Folgen für die Familie und Freunde des Opfers.

Moderation: Daniel Beskos