Stille Post kennt jeder: Ein Satz oder eine Melodie wird schnell von Ohr zu Ohr weitergeflüstert und am Ende lachen alle, weil das „Rauschen“ und die Lust an der Veränderung stärker waren als der Inhalt.  Warum sollte das nicht mit verschiedenen Kunstdisziplinen funktionieren? Das ist der Ausgangspunkt, um aus den Improvisationswerkstätten der einzelnen Genres eine interdisziplinäre Stille Post auf die Bühne zu bringen: Musiker*innen spielen ein kurzes Stück Musik, ein*e Schauspieler*in spiegelt es durch eine Improvisation mit einer spontan erschaffenen Kunstfigur, Tänzer*innen übernehmen in ihrer Sprache, dann Jazzmusiker*innen, um am Schluss wieder bei den Impulsgeber*innen zu landen.  Während die Akteur*innen nur die vorherige Disziplin erleben, sieht das Publikum natürlich alles. Ein spannendes Experiment, in dem man verfolgen kann, ob sich die einzelnen „Sprachen“ durchdringen, was vom Grundgestus übrigbleibt und wie wandelbar ein Kernereignis ist.