Bodies, un-protected

Internationale Programmreihe zu Körpern, Kunst und Schutz

Welche Körper sind (uns) schützenswert, und auf welcher Grundlage? Für welche Körper setzen wir uns sein, und welche fallen durch unsere Wahrnehmungs- und Handlungsmuster? Über einen Zeitraum von zehn Monaten widmet sich „Bodies, un-protected“ am Künstlerhaus Mousonturm diesen Fragen, in denen eine lange Geschichte der strukturellen und intersektionalen Ungleichheit Ausdruck findet, und den damit verbundenen Konflikte und Debatten um Sexismus, Kolonialismus, Ableismus und Rassismus.

Schutz zu erfahren, individuell oder als Kollektiv, bedeutet hier Verschiedenes: Neben dem Erhalt der körperlichen Unversehrtheit und der Frage nach dem rechtlichen Status von Körpers geht es auch um ihren symbolischen Schutz und ihre ethische und humanitäre Anerkennung. Kunst spielt in diesem Prozess eine zentrale Rolle, in dem Sichtbarkeit und Wert hergestellt und verteilt werden. Wie wir uns von Körper, wie wir uns körperlicher Unversehrtheit und Verletzbarkeit, vorstellen, und sie in Worte, Bewegungen, Bilder und Ideen fassen, ist eng damit verknüpft, wie Körper ästhetisch und gesellschaftlich sichtbar werden, und Handlungsfähigkeit erlangen.

Auf Initiative der Körpertheoretikerin und Dramaturgin Sandra Noeth kommen Künstler:innen und Expert:innen aus unterschiedlichen Bereichen von Forschung und Praxis im November 2021 in einer viertägigen öffentlichen Veranstaltung zusammen, die den Auftakt des Projekts bildet. Ausgehend davon, dass Körper zentrale Orte sind, an denen ideelle und ideologische Konflikte ausgetragen werden, untersuchen die Beteiligten, wie wir ästhetische, performative und diskursive Mittel einsetzen können, um Aufmerksamkeit und Unterstützung für diverse Körper und ihre spezifischen Schutzbedürfnisse zu erzeugen.

Das Projekt ist transdisziplinär angelegt und geht davon aus, dass die Frage nach dem, Schutz von Körpern nur durch das Verbinden unterschiedlicher Perspektiven bearbeitet werden kann. Während der Veranstaltung werden Praktiken und Ansätze in Performances, Vorträgen, Filmvorführungen und Diskussionen geteilt. Eine Reihe an Begriffen begleiten die Beiträge – Imaginaries, Empathy, Breath, Wounds, Economies sowie the Withdrawal from Protection – und bieten einen vorläufigen Rahmen an, um die Frage nach dem Schutz von Körpern engzuführen, und zu Dialog und Teilhabe einladen.

—> Tagestickets (Ein Tagesticket gilt für alle Veranstaltungen am Gültigkeitstag.)

Kuration: Sandra Noeth

Mit Basel Abbas und Ruanne Abou-Rahme (Künstler:innen); Omar Al-Dewachi (Medizinanthropologe); Núria Güell (Künstlerin), Bharati Kapadia (Künstlerin), Shahram Khosravi (Anthropologe, Migrationsforscher), James Martel (Politikwissenschaftler), Sophie Mendelsohn (Psychoanalytikerin), Hakan Topal (Künstler) u.a.

A programme by Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main. Funded by the German Federal Cultural Foundation, Goethe-Institut, Freunde & Förderer des Mousonturms e.V. and Rudolf Augstein Foundation. Supported by Inter-University Centre for Dance Berlin (HZT). In cooper[1]ation with the HTA Lecture Series “(Un)settled. Performance, Protection, and Politics of Insecurity” an event of the Institut für Angewandte Theaterwissenschaft of Justus-Liebig-Universität Gießen in cooperation with the Inter-University Centre for Dance Berlin (HZT) and Kunstakademie Düsseldorf, fundeded by the Hessische Theaterakademie.