(c) Bettine Menke

Hessische Theaterakademie

HTA-Ringvorlesung mit Bettine Menke

auf deiner Couch

Diskussion/Vortrag/Gespräch

Theater und die Krise der Demokratie.

Die Demokratie westlicher Prägung ist in einer Krise: Migration, Erderwärmung und ökonomische Monopolisierung gehen mit der Entwertung der alten Akteure und Institutionen einher, etwa der Nation und ihres Parlaments. Vielerorts ist die Rückkehr zu autoritären Herrschaftsformen und Strukturen die Antwort. Vor diesem Hintergrund lädt die Ringvorlesung Kunstschaffende des Festivals „Frankfurter Positionen 2021“ und Wissenschaftler:innen aus den mit Theater und der Performance beschäftigten Disziplinen dazu ein, sich über das Verhältnis von Theater und Demokratie Gedanken zu machen. Wie reagieren neue Formen des Theaters, der Choreografie, der Gattungen und Spielarten überschreitenden Darstellungsformen auf diese Krise? Wie geht die Krise in diese Formen, Organisationsweisen und Inhalte ein?

Bettine Menke ist Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Erfurt und untersucht in ihrem Vortrag den „Flüchtling“ als Figur der spezifischen durch staatliche Regularien erzeugten Nicht-Zugehörigkeit: Als Ausnahme von der vermeintlichen Normalität unter nationalstaatlicher Vorgabe, als Ausnahme vom Recht, den polizeilichen Maßnahmen überantwortet. Dass Flüchtlinge vom Moment ihres Grenzübertritts an als Illegale definiert und im „Niemandsland“ des Irregulären festgehalten werden, muss als dringliche Frage nach dem Verhältnis von Demokratie und Repräsentation bzw. Repräsentierbarkeit aufgefasst werden, die zwangsläufig die Gewissheiten von Zugehörigkeit unterminiert

Dauer: ca. 90 Min.
Sprache: Deutsch
Mehr Infos auf der Website des Master-Studiengangs Dramaturgie

Die Veranstaltung findet im Live-Stream (via Zoom) statt. Anmeldung unter dramaturgie@mousonturm.de mit dem Betreff „HTA“.