Radical Face

(Florida)

Live 2019

Saal unbestuhlt

Auf „Therapy“ hat Radical Face von all seinen vergangenen Erzählungen losgelassen. Anstelle einer komplizierten Saga hat er seine Parameter einfach gehalten. Statt seiner unruhigen Vergangenheit konzentriert er sich auf seine vernarbte Gegenwart. Anstelle von akustischen Folk hat er üppige Kompositionen geschrieben. Unsicher und doch selbstbewusst, zerschlagen und dennoch widerstandsfähig, Cooper nimmt Radical Face in eine neue, ergreifende Richtung. Um sich selbst zu testen und die kompositorischen Grenzen der The Family Tree- Trilogie zu verlassen, nahm sich Cooper eine Reihe von Projekten vor. Es gab sein „Missing Film“ Instrumentalalbum, ein Score, den er für Filmemacher zur freien Verwendung veröffentlichte, und seine Covers, Vol. 1 EP, in der er nur Songs von Künstlerinnen sang. Zu dieser Herausforderung trug auch sein Umzug nach Kalifornien bei; der Umzug von seinem Studio in Florida zwang ihn, neu zu lernen, wie man in einer Wohnung mit minimalen Equipment aufnimmt. Wöchentliche Therapiesitzungen halfen ihm zu erkennen, dass das Porträt, das er in The Family Tree erstellt hatte, die harte Wahrheit verdeckt: „Da gibt es wirklich nichts Positives“, wie Cooper es ausdrückt. Obwohl er stolz auf seine Arbeit an der Trilogie ist, betrachtet er sie rückblickend anders. „Ich bereue es nicht, aber es war nicht das, was ich dachte. Ich dachte, ich erzähle eine andere Geschichte, verewige das Fremde in etwas Nützliches und nicht nur in Dysfunktionen.“ Die Annäherung an das Songwriting aus dieser schmerzhaft erreichten Achtsamkeit hat Cooper für neue Erkenntnisse geöffnet. „Wenn man zurückblickt, ist es, als würde man loslassen. Trauerkonzepte in gewisser Weise“, erklärt er. „Manchmal hat man eine Geschichte, es ist eine Idee, eine Projektion, die man für sich selbst sieht. Manchmal kann man verstehen, dass das nur ein Bild ist, und man nie diesem Bild entspricht. Es ist das Loslassen von dieser Geschichte.“

Support: Jon Bryant.
We look for connection everywhere. It’s why we’re on our smartphones constantly. It’s why we listen to music. It’s why we go to church. It’s why we get married. It’s why we wake up in the morning. No matter how civilized we become, there’s an innate inclination towards tribalism. That yearning won’t be pacified until it’s satiated or satisfied by the embrace of a tribe either.  Halifax-born and Vancouver-based singer, songwriter, and multi-instrumentalist Jon Bryant explores the conundrum of connection on his full-length debut for Nettwerk, Cult Classic. “Over the past few years I’ve really become a skeptic. Thanks to social media, politics, religion and news media, etc.,” he explains. “Many songs on the album reflect that skepticism and emphasize the ways I’ve evolved as both a writer and person; spiritually, mentally and emotionally.”