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O Jardim (Der Garten) ist eine Zeitreise, ein meisterhaftes Zauberstück des Perspektivismus, in dem familiäre Erinnerungen und private Sehnsüchte auf gesellschaftliche Fehlannahmen und versteckte historische Zusammenhänge stoßen. Der Garten könnte auch „Das Haus“ heißen, das die sieben Schauspieler in Windeseile mit ein paar Pappkartons auf einer zuvor ganz freien Fläche errichten, drei gleiche Räume für ein dreigeteiltes Publikum, die Reihum mit drei dreimal hintereinander gespielten Geschichten gefüllt werden. Es sind Familiengeschichten, Bruchstücke und Erinnerungsfetzen quer durch die Zeiten, sozialen Schichten und kulturellen Hintergründe, nichtlinear erzählt in den Momenten des Umbruchs und des Übergangs, der Abschiede und Aufbrüche, des Verlassen-, Verdrängt- und Vertriebenwerdens. Es sind drei irgendwie auch ganz banale Ausschnitte aus der Geschichte irgendeines Hauses mit Garten, die sich zutragen in den 1920er Jahren, den 1970ern und den 2010ern, die die persönlichen Gipfel oder Abgründe und die übergroße Lebensfülle einiger vermeintlich kleiner Leute aufblitzen lassen, und die uns wie so viele subjektiven Chroniken ob ihres exemplarischen Charakters, der Allgemeingültigkeit ihrer Zufälligkeit, zu Tränen zu rühren vermögen. Nach umjubelten Gastspielen u.a. in New York und Washington, Athen, Berlin und Bogotá kommt O Jardim nun für zwei Vorstellungen ins Frankfurt LAB, bevor die in Brasilien auch mehrfach preisgekrönte Aufführung zu den Wiener Festwochen weiterreist.

Brasilianisches Portugiesisch mit deutschen Übertiteln

Mit Aline Filócomo, Edison Simão, Fernanda Stefanski, Mariah Amélia Farah, Paula Picarelli, Thiago Amaral, Luciana Paes de Barros * Text, Inszenierung: Leonardo Moreira  * mit Unterstützung durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst