Die Annahme, dass das Aufgeschriebene unsere Realitäten bestimmt, rückt das alltägliche Leben in eine verblüffende Nähe zu dem, was in Theater, Performance und Choreografie auf der Bühne passiert. Doch während wir dort wie hier gehalten sind, das Script zu vergessen und die Realität zu betrachten, möchten wir im Rahmen der Ringvorlesung fragen, was es mit der Realität des Scripts selbst auf sich hat: Wer schreibt wie vor und nach, was in Black Box, White Cube oder öffentlichem Raum passiert? Im Rahmen des F°LAB Festivals spricht Jonathan Burrows über the gaps between. Burrows zählt zu den wichtigsten Protagonisten des zeitgenössischen Tanzes in Großbritannien. Er begann seine Karriere als Solo-Tänzer beim Royal Ballett in London, gründete aber bereits 1988 die Jonathan Burrows Group, mit der er weltweit tourte. Unter anderem unterrichtet Burrows in Anne Teresa De Keersmaekers Ausbildungszentrum P.A.R.T.S. in Brüssel und als Gastprofessor und Ehrendoktor am Institut für Drama und Theater der Royal Holloway Universität in London. Sein Buch A Choreographer’s Handbook (2010) verkaufte sich über 13.000 Mal.