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(c) AntjeBerghäuser

Europa mit all seinem Wohlstand, seiner Industrialisierung basiert auf Kolonien. Die Machtverhältnisse sind bis heute sichtbar. Die Geschichte der Globalisierung ist eine der globalen Verflechtungen, bei der Europa und der Westen mehr und mehr in Frage gestellt werden. Das postkoloniale Erkenntnisinteresse ist dabei viel mehr als nur eine „Archäologie“ der Vergangenheit sondern spielt maximal in unsere Gegenwart hinein und erfordert neue Prämissen für unser Handeln. Ein kritisches Verständnis unserer Gegenwart ist erst durch die Genealogien des Postkolonialismus möglich. Welche Rolle kann dabei Europa spielen? Der Blick auf die Gegenwart Europas, des Europäischen, des Eurozentrismus sowie die Frage nach einem neuen postkolonialen Narrativ für Europa steht im Mittelpunkt der Diskussion. Bénédicte Savoy hat es am Beispiel der Restitutionsdebatte, die sie gemeinsam mit Felwine Sarr auslöste bewiesen, das ein radikales Handeln möglich und erforderlich ist. Fabiénne Sand erreicht über ihre Arbeit als Autorin und Bloggerin eine Zielgruppe die mit den klassischen Medien garnicht mehr aufgewachsen ist und schafft so in einer gänzlich neuen Community Bewusstsein für die Themen Eurozentrismus und Postkolonialismus. Gemeinsam im Gespräch mit Margarita Tsoumo wird über konkrete Handlungsmöglichkeiten nachgedacht und darüber was für neue Geschichten man braucht und sichtbar machen kann.

Mit: Fabienne Sand (Autorin), Bénédicte Savoy (Kunstwissenschaftlerin, Mitverfasserin des Berichts zur Möglichkeit der Restitution von Kulturgütern französischer Museen an afrikanische Länder), Moderation: Margarita Tsomou (Autorin, Verlegerin, Dramaturgin und Kuratorin)