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Hannes Seidl

(Frankfurt)

KREDIT. Von der Erwartbarkeit zukünftiger Gegenwarten

Saal

25YMT/Film/Musiktheater

Ökonomien des Handelns? Nicht nur aus Frankfurter Perspektive drängt sich da als erste Assoziation die globale Finanzkrise mitsamt den Banken und ihren Managern auf. Und so ist es der Handel mit Geld, dem der Frankfurter Komponist Hannes Seidl und der Berliner Experimentalfilmer Daniel Kötter mit KREDIT ein musiktheatrales Glaubensbekenntnis wider die Wahrscheinlichkeit widmen: ein Stummfilm-Oratorium, eine Banker-Doku-Fiktion in einem Filmsetting zwischen TV-Reportage und Hollywood. Mehrere Vertreter aus den Management-Etagen Frankfurter Banken haben Kötter und Seidl bei ihrer verschwiegenen Arbeit, aber auch in der Freizeit und im Kreis ihrer Freunde mit der Kamera begleitet. Die Tonspur des dabei ent-standenen Films wurde absichtsvoll gelöscht, um den Film nun live auf der Bühne allabendlich neu zu vertonen: Drei Geräuschemacher lassen Klimaanlagen surren, Schritte hallen oder Computerkeyboards klappern. Zwei Synchronsprecher leihen allen Filmfiguren ihre Stimmen. Und während die Geräuschemacher feine bis gehörig krachende Noisetexturen erzeugen, erklingen Credos, Choräle und Kampflieder, live gesungen vom Chor der Deutschen Bundesbank.

Konzept, Regie, Video, Musik: Daniel Kötter, Hannes Seidl * Ausstattung und Assistenz: Rahel Kesselring * Dramaturgie: Gerda Strobl * Musik, Sound: Sebastian Berweck, Andrea Neumann, Peter Sandman * Mit Ascan Iredi, Florian Witt, Michael Zapf sowie Franziska Beuchel, Dietmar Steinert, Andreas Thiele u.a. * Chor der Deutschen Bundesbank, Leitung: Stephanie Muhl * Sprecher: Nicole Horny, André Schmidt * Produktion: Kötter/Seidl * Produktionsleitung: ehrliche arbeit – freies Kulturbüro * Koproduktion Künstlerhaus Mousonturm, steirischer herbst * Gefördert durch die Stadt Frankfurt – Dezernat für Kultur und Wissenschaft.