In ihrem künstlerischen Werk hinterfragt Núria Güell strukturelle Ungleichheit und Exklusion. Diese Themen stehen auch im Zentrum ihrer Aktion „Human Resources“, einem Projekt, das in Zusammenarbeit mit Insassen und Beschäftigten der JVA-IV in Frankfurt/Main entstanden ist. Verschiedene Wiedereingliederungsprogramme erlauben es den Gefangenen, für öffentliche und private Unternehmen zu arbeiten. „Human Resources“ schlägt vor, diese Arbeitskraft zum Nutzen der Kunstinstitution einzusetzen und einen Teil des Teams von „Bodies, un-protected“ mit Gefangenen zu besetzen. Während des Festivals geben die Gefangenen außerdem in Videogesprächen und schriftlichen Protokollen Einblicke in ihre eigene Erfahrung von Schutz und Schutzlosigkeit. Sie werfen Fragen auf, die für die Institution Theater ebenso relevant sind wie für die Institution Gefängnis: Wie werden der Wert und die Bewertung von Körpern, Sichtbarkeit und Anerkennung verteilt? Wie imaginieren und projizieren wir unsere Vorstellungen von Schutz auf stereotypisierte und klischeehafte Weise auf den Körper?

Sprache: Englisch und Deutsch