Heute gibt es mehr Grenzen und mehr Migration als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit, und dennoch verstehen wir offensichtlich immer noch nicht, welch grundlegende Rolle dies in unserer Gesellschaft spielt. Dies liegt zum Teil daran, dass sich beide Phänomene nicht mehr strikt auf der Grundlage geografischer Trennungen zwischen Nationalstaaten definieren lassen. Anscheinend kommen Vertreibung und Migration mittlerweile in jedem Bereich der Gesellschaft vor, unter anderem, weil es sich mit den Grenzen genauso verhält. Dass Grenzen und Migration so umfangreich und sichtbar zunehmen, zwingt uns, ihren strukturellen Stellenwert in Gesellschaft und Politik zu überdenken. Es bedarf also einer neuen politischen Theorie, welche die Vorherrschaft der Grenzen und der Migration zum Ausgangspunkt nimmt anstatt diese länger als Ausnahmen im normativen Regelwerk von Staat und Bürger zu behandeln.


Thomas Nail ist Associate Professor der Philosophie an der Universität Denver und hat zuletzt die Bücher „The Figure of the Migrant“ (2015) und „Theory of the Border“ (2016) veröffentlicht.

Im Rahmen der Frankfurter Aufführungen von „SANCTUARY“, gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes.

„The Figure of the Migrant": Eröffnungsrede von Thomas Nail
Do. 18.01.2018

FESTIVALERöFFNUNG/VORTRAG
* 19 Uhr, Eintritt frei.

ORT
Lokal im Mousonturm
Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main

Veranstaltungsdatum

Do. 18.01.2018

19 Uhr