METAhub Frankfurt

Museums, Education, Theatre, Arts – Kultur im digitalen und öffentlichen Raum
2021 – 2023

Frankfurt hat ein spannendes, vielschichtiges kulturelles Erbe, das es weiter zu entdecken gilt! METAhub, ein Projekt, an dem das Archäologische Museum, das Jüdische Museum Frankfurt, NODE Verein zur Förderung Digitaler Kultur und das Künstlerhaus Mousonturm gemeinsam arbeiten, möchte innovative Zugänge zu bisher nicht erreichbaren Orten, Materialien und Geschichten für ein weites Publikum schaffen – und das in Zusammenarbeit mit spannenden Künstler:innen der darstellenden Künste und der Medienkunst. Drei zentrale, historische Orte, die heute nicht mehr in einstiger Form erhalten sind, stehen bei METAhub im Mittelpunkt: Die frühmittelalterliche Kaiserpfalz Franconofurd, die frühneuzeitliche Judengasse und die Börneplatz-Synagoge. Die Sammlungen des Jüdischen und des Archäologischen Museums umfassen ca. 5.000 Objekte, die von diesen drei Orten stammen: archäologische Fundstücke, zeremonielle und Alltagsgegenstände sowie zahlreiche Dokumente, anhand derer Geschichte rekonstruiert und erzählt werden kann.

In der ersten Phase des Projekts, widmet sich METAhub insbesondere der Geschichte des Börneplatzes und der ehemaligen Judengasse. Seit dem Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert galt Frankfurt als Ort jüdischer Gelehrsamkeit und sozialpolitischer Knotenpunkt der jüdischen Welt. Die Judengasse war eines der bedeutendsten Zentren jüdischen Lebens und das erste Ghetto Europas. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es aufgehoben und in den 1860-80ern abgerissen. Am vormaligen Nordende der Judengasse entstand die prächtige Börneplatz-Synagoge, zu Beginn des 20. Jahrhunderts war sie ein Ausgangspunkt der jüdischen Renaissance. Im Novemberpogrom 1938 wurde sie schließlich völlig zerstört. Zum Gedenken an die aus Frankfurt deportierten und ermordeten jüdischen Bürger:innen wurde in den 1990er Jahren am ehemaligen Börneplatz eine Gedenkstätte errichtet. Diese und die Geschichte der Judengasse wird heute im Museum Judengasse erzählt.

Rund um die Frankfurter Geschichte und inspiriert durch die Sammlungen der beteiligten Museen werden Künstler*innen persönliche Recherchen, medienkünstlerische und performative Projekte entwickeln und in das Projekt einfließen lassen und Stadtgeschichte so auf neue Weise zugänglich machen. METAhub entwickelt eine innovative Online-Plattform, die neue Verbindungslinien zwischen den Sammlungen und den künstlerischen Arbeiten zieht und Besucher:innen erlaubt, auf Entdeckungsreise zu gehen, eigene Recherchen zu betreiben und Frankfurter Stadtgeschichte direkt an Originalschauplätzen entdecken können.
In Kooperation mit dem NODE Verein zur Förderung Digitaler Kultur als digitalem Partner werden Residenzen ausgeschrieben, die kritische künstlerische Perspektiven in Bezug auf digitales kulturelles Erbe einbringen und digitale Experimente versuchen. Das Jüdische Museum entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen, dem Jugendprogramm Digitale Welten des NODE e.V. und vielen Weiteren begleitend Open Educational Resources, die Einrichtungen in ganz Hessen zu Verfügung gestellt werden sollen.

In diesem umfassenden Netzwerk aus Kulturorganisationen werden gemeinsam Forschungslabore, Workshops und weitere Veranstaltungen mit Coder:innen, Künstler:innen und Wissenschaftler:innen entwickelt, die Stadtgesellschaften zu einer Auseinandersetzung mit ihrer Stadtgeschichte anregen und das Bewusstsein um die Bedeutung lokaler jüdischer Kultur stärken sollen.

“METAhub Frankfurt – Museums, Education, Theatre, Arts – Kultur im digitalen und städtischen Raum” ist ein Kooperationsprojekt des Jüdischen Museums Frankfurt, des Archäologischen Museums Frankfurt und des Künstlerhauses Mousonturm in Partnerschaft mit dem NODE Verein zur Förderung Digitaler Kultur e.V., gefördert im Programm Kultur Digital der Kulturstiftung des Bundes, durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain sowie durch Mittel des Dezernats für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main